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Schlagwort: Tauchen

FLAT FLUTE DIVERS: Die Tauchgeschichten machen sich selbständig

[singlepic id=90 w=320 h=240 float=left]Vor einiger Zeit habe ich in diesem Blog eine Reihe mit „Tauch-Geschichten“ angefangen, mit der Ansage, dass diese weitergehen würden. Seither ist etwas Zeit vergangen und neue Ideen sind dazu gekommen. Ideen, die zum Start einer neuen Webseite geführt haben.

Der ursprüngliche Gedanke war, in den Reiseberichten des EP-Blogs auch solche aufzuführen, die Hinweise für Taucher enthalten sollten. In einigen Gesprächen zwischen meiner Tauchpartnerin und mir kamen wir jedoch immer wieder auf die Einzigartigkeit unserer „Karriere“ zu sprechen und dass es schade wäre, diese Erfahrungen nicht mit anderen zu teilen. Wir hatten viele Bedenken, als wir diesen Sport anfingen, die sich so nach und nach immer mehr selbst erledigten. Viele Menschen würden unsere Geschichten sicher lustig finden, aber wer weiß, vielleicht würde es auch dazu führen, dass jemand, der selbst Zweifel hat, sich dazu durchringen kann, das Tauchen vielleicht doch einmal zu versuchen. Es ist immer schwierig, sich das vorzustellen, wenn man die ganzen erfahrenen Taucher sieht, die mit der Routine der Gewohnheit ihre Ausrüstung richten und sich in irgendein Gewässer stürzen. Es fällt einem schwer, sich vorzustellen, dass diese ganzen Menschen auch mal klein angefangen haben. Manche werden überkritisch sich selbst gegenüber und lassen es einfach.

Deswegen fingen wir an, unsere Geschichte aufzuschreiben, wobei wir es vermieden, uns selbst allzu Ernst zu nehmen. Denn die Meister, die sprichwörtlich vom Himmel fallen, das waren wir selbst nie und sind wir auch nicht. Im Gegenteil. Und genauso entstand die neue Webseite und ihr Titel: „Flat Flute Divers“. Der Name ist ein typisches Beispiel dafür, wie Annette und ich uns gegenseitig inspirieren. In einer eMail an mich schrieb sie etwas über unsere Bedenken und meinte dazu scherzhaft, wir wären schon „zwei Flachflöten“. Meine Antwort darauf war, ob wir uns vielleicht T-Shirts drucken lassen sollen mit der Aufschrift „Flat Flute Divers“. So entstand der Name. Und so heißt auch die neue Webseite: www.flatflutedivers.de.

Dort finden Sie unsere Geschichte in aller Ausführlichkeit und ungeschminkt. Am besten ist es, mit dem Lesen beim Vorwort anzufangen, so ähnlich wie man ein Buch liest (klicken Sie hier, um zum Vorwort zu kommen), und sich dann chronologisch von Artikel zu Artikel durcharbeiten. Einen Link zum nächsten Artikel gibt es ganz unten auf jeder Seite. Oder auch zum vorigen, wenn Sie das wünschen. Ich hoffe, Sie haben Spaß an der Geschichte und können das eine oder andere mitnehmen. Aber die Einrichtung lassen Sie bitte stehen!

Was bedeutet das nun für das EP-Blog? Werden hier keine Tauchziele mehr besprochen? Nicht mehr so wie wir das mal gedacht haben. Denn die Trennung der Themenbereiche gibt uns die Gelegenheit, beides ausführlicher zu behandeln. Und wir hoffen, es gefällt so. Aber den einen oder anderen Querverweis wird es schon noch geben.

Mercure Airport Hotel München & DIVER’S Indoor Tauchsportzentrum

[singlepic id=98 w=320 h=240 float=right]Mit dem Tauchen in Deutschland ist das so eine Sache. Wenn das Wetter kälter wird, muss man entweder aufs Kältetauchen im Trockentauchanzug umsteigen oder gar nicht mehr ins Wasser gehen. Aber wie kann man dann seine Fähigkeiten trainieren während der kalten Monate? Im Schwimmbad, schön und gut, aber das geht nicht überall. Mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass viele Hallenbäder nicht über sehr tiefe Becken verfügen. Was also tun? Die Antwort: „Indoor Tauchen“. So eine Möglichkeit gibt es beispielsweise in Aufkirchen bei München, nahe dem Flughafen „Franz Josef Strauß“. Praktischerweise handelt es sich hierbei nicht nur um ein Tauchsportzentrum, sondern es ist auch gleich noch ein Hotel angeschlossen. Da das Hotel auch für Messegäste interessant ist, oder für Reisende, die vom Münchner Flughafen aus in den Urlaub fliegen wollen, möchte ich in diesem Bericht beides nacheinander behandeln.

  • Mercure Airport Hotel München

Das „Mercure Airport Hotel“ ist ein Drei-Sterne-Superior-Haus in Aufkirchen. Es liegt damit abseits der Münchner Metropole im Umland, aber in erreichbarer Nähe des Flughafens. Das Hotel verfügt sowohl über normale, als auch über Apartmentzimmer mit Kochnische. Jedes Zimmer verfügt über ein Bad, Fernseher und WLAN. Als besonderer Service wird ein Shuttledienst angeboten, der die Reisenden zur nächsten U-Bahn-Station bringt oder von dort holt. Die direkte Anbindung an den Flughafen oder die Messe München ist damit gewährleistet.

Die Zimmer sind stilvoll eingerichtet, es werden Übernachtungsmöglichkeiten von einer bis zu fünf Personen angeboten. Das Haus selbst liegt direkt im Grünen, in unmittelbarer Nähe gibt es mehrere Möglichkeiten für Aktivitäten, wie einen Park mit Biergarten und Grillplätzen, der an einem See angelegt wurde. Für Taucher bietet sich natürlich das „DIVER’S“ an; wer nicht taucht, aber trotzdem auf Wassersport nicht verzichten will, für den bietet sich die „Therme Erding“ an, die sich in erreichbarer Nähe befindet. Das Hotel bietet außerdem verschiedene Services für Veranstaltungen an, von der Tagung bis zur Hochzeit. Für das besondere Ambiente, passend zum Tauchsportzentrum, ist im hauseigenen Restaurant „Diver’s World“ gesorgt, das dem Innern einer großen Tauchglocke nachempfunden ist. Außerdem gibt es eine Bar, von der aus man einen Ausblick in die Becken des Tauchzentrums hat.

Das Frühstück wird in einem separaten Raum gereicht. Es handelt sich dabei um ein Buffet, das reichhaltig und gut sortiert ist. Man findet hier alles, was man von einem guten Hotel dieser Kategorie erwartet und kann den Tag gut gestärkt für neue Tauchabenteuer beginnen.

Das Mercure Airport Hotel ist ein kleines Haus in ruhiger Lage, das recht günstige Übernachtungen für die verschiedensten Gäste bietet, für den Durchreisenden auf dem Weg zum Flughafen genauso wie für den Messegast, den Taucher oder den Erholung Suchenden. Das Hotel liegt in Aufkirchen direkt an der Durchfahrtstraße, ist also recht einfach zu finden.

Sie können hier Ihr Zimmer im Airport Hotel aussuchen. Unten geht es direkt weiter mit dem „DIVER’S“.

  • DIVER’S Indoor Tauchsportzentrum

Was heute ein Tauchsportzentrum ist, war ursprünglich einmal eine Sauerkrautfabrik. Umgebaut zu fünf großen Becken, in denen insgesamt 2 Millionen Liter Wasser fließen, kann man hier zu jeder Jahreszeit tauchen gehen. Sei es, um eigene Fertigkeiten zu üben, zu verfeinern oder einen Kurs zu beginnen. Benötigt man einen Tauchlehrer, so kann einem das „DIVER’S“ einen solchen besorgen, oder man bucht gleich einen der Kurse. Wem die Ausrüstung oder Teile davon fehlen, kann diese direkt vor Ort leihen, auch für einen Tauchausflug nach außerhalb. Des weiteren verfügt das Tauchsportzentrum über einen eigenen Tauchladen.

Die Becken sind unterschiedlich gestaltet und bis zu fünf Meter tief. Damit man nicht immer nur die gekachelte Wand betrachten muss, gibt es verschiedene Abwechslungen, etwa ein versunkenes Boot oder einen Ball, der mit einem Gewicht versehen ist, so dass man mit ihm unter Wasser spielen kann. In einem Becken ist tatsächlich ein Volleyball-Netz gespannt, ob dieses auch für eine spezielle Unter-Wasser-Variante dieses Sports verwendet werden kann, kann ich leider nicht sagen, denn das habe ich nicht ausprobiert. Ein Becken ist mit Strömungsdüsen ausgestattet.

Im Umkleidebereich gibt es verschiedene Becken zum Reinigen der eigenen Ausrüstung. Und wer zwischen zwei Tauchgängen für Flüssigkeitsausgleich sorgen möchte, kann dazu an die Unterwasser-Bar gehen. Hier ist es auch gestattet, sich im Neoprenanzug hinzusetzen.

Das „DIVER’S Indoor Tauchsportzentrum“ ist eine gute Möglichkeit, mit dem eigenen Können „fit“ zu bleiben, beziehungsweise auch, um einen Kurs zu beginnen oder Neues zu erlernen. Natürlich ist man eingeschränkt, da die Becken nun mal nur eine bestimmte Größe haben, aber dafür gibt es hier eine konstante Tiefe von vier bis fünf Meter, etwas, das einem kein Hallenbad bieten kann. Und es gibt keinen Badebetrieb, den man stört oder der einen stören könnte. Insofern ist es eine echte Alternative, vor allem, wenn man im Winter nicht ins kalte Wasser möchte. Durch die Anbindung an das „Mercure Airport Hotel“ bietet sich hier auch für Gäste, die von weiter weg kommen, eine Möglichkeit, Tauchen und Übernachten miteinander zu verbinden und keine langen Wege zu haben.

Mehr über das „DIVER’S“ erfahren Sie nach einem Klick hier auf der Webseite des Tauchsportzentrums.

Tauchen – die Prophezeiungen des Tauchlehrers

[singlepic id=92 w=320 h=240 mode=watermark float=left]Als wir unsere Helden das letzte Mal verließen, hatten sie gerade die Ausbildung zum „Scuba Diver“ hinter sich gebracht und waren von den Erlebnissen so fasziniert, dass sie wussten, sie würden irgendwie weitermachen. Hier nun die Fortsetzung…

Nach unserem Tauchkurs hatten wir noch ein paar Tage, bevor es wieder nach Hause gehen sollte. In diesen Tagen unternahmen wir eine Schnorcheltour, die wir am selben Abend gebucht hatten, als wir den Entschluss gefasst hatten, einen Tauchkurs zu belegen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung gehabt, welchen Effekt der Tauchkurs auf uns haben würde. Nun, nichts gegen die Schnorcheltour, es war faszinierend und man bekam auch schöne Einblicke in die Unterwasserwelt des Roten Meeres, aber sowohl in Annette als auch in mir meldete sich eine Art sehnsüchtiges Gefühl. Das wurde dadurch verstärkt, dass unsere Gruppe von einem Taucher begleitet wurde, der Filmaufnahmen machte. Wir waren neidisch, der durfte unter uns herumtauchen, und wir waren an die Oberfläche gebunden. Er hatte Glück, dass wir trotzdem einen guten Tag hatten, sonst hätte sich das, was anderenfalls passiert wäre, aus seiner Perspektive so dargestellt: „Aha, zwei Schnorchler… die film ich jetzt mal. … Oh, die tauchen ja ganz schön tief runter… äh… die kommen genau auf mich zu… Was machen die denn da? Nein, mein Regulator! Hilf..blubb!“

Nun hatte unser Tauchlehrer nach Abschluss des „Scuba Diver“-Kurs zwei Prophezeiungen gemacht, nämlich dass wir bald schon anfangen würden, unsere eigene Ausrüstung anzuschaffen, und dass uns der „Scuba Diver“ nicht mehr reichen würde. Kurz nach unserem Urlaub war nun Weihnachten – ideal, sich etwas zu wünschen, was man vielleicht auch fürs Tauchen benötigen könnte. So ein eigener Tauchcomputer zum Beispiel. Und ein Logbuch, das muss schon sein… hm… vielleicht auch eigene Regulatoren? Und so ein eigener Neoprenanzug hat schon was für sich, der passt dann wenigstens… um es kurz zu machen, tatsächlich fingen wir kurz darauf an, verschiedene Tauchshops heimzusuchen und uns im Internet umzusehen. Knapp fünf Monate nachdem wir den Kurs abgeschlossen hatten, hatten wir das meiste – und wichtigste – unserer eigenen Ausrüstung zusammen. Und wirklich, auch die Tatsache, dass wir uns für jeden Tauchgang um einen Aufpasser bemühen mussten, fing an zu nerven, so dass ich meine Theorie der drei Kategorien für Taucher formulierte. Diese Theorie besagt, dass es – was für eine Überraschung – drei Kategorien gibt, in die man Menschen einteilen kann, die das Tauchen mal ausprobiert haben. Diese sind:

  • Kategorie 1: „Nein, danke“-Taucher

Die Kategorie 1 sind Menschen, die das Tauchen ausprobiert haben, damit aber nichts anfangen können, sei es, dass sie es uninteressant finden oder weil sie an irgendwelche Grenzen stoßen, die sie nicht überwinden können. Hierbei sind die Taucher der Kategorie 1a noch hervorzuheben, die nur vorläufig der Kategorie 1 angehören, dann aber wechseln. Es sind Menschen, die bei den ersten Tauchversuchen unangenehme Erfahrungen gemacht haben, es aber wieder versuchen und dann gefallen daran finden.

  • Kategorie 2: Urlaubs-Taucher

Die Kategorie 2 sind Menschen, die sich nach dem Ausprobieren fürs Tauchen begeistern, allerdings nur im Urlaub. Die meisten Kategorie-2-Taucher haben kaum oder keine eigene Ausrüstung, sondern leihen sie sich immer vor Ort. Und Tauchen ist nicht der Hauptzweck, warum sie in ein bestimmtes Urlaubsgebiet fahren, sondern nur eine unter vielen Urlaubsaktivitäten. Allerdings gibt es auch hier eine Kategorie 2a, das sind eigentlich Urlaubstaucher, die aber trotzdem eine große Begeisterung an den Tag legen und sich eine eigene Ausrüstung anschaffen. Und dann gibt es noch die Kategorie 2b, diese sind im Grunde wie 2a, nur dass sie durch ein gerüttelt Maß an Selbstüberschätzung zur Gefahr für sich und andere werden, da sie nicht einsehen, dass man vielleicht langsam anfangen sollte, wenn man ein Jahr lang nicht mehr getaucht ist.

  • Kategorie 3: Taucher

In die Kategorie 3 gehören Menschen, die das Tauchen so sehr fasziniert, dass sie es weitermachen wollen, weitere Scheine, weitere Erfahrungen, neue Tauchplätze erkunden…

[singlepic id=90 w=320 h=240 mode=watermark float=left]Es war ab irgendeinem Zeitpunkt klar, dass wir der Kategorie 3 zugehörig waren. Wir begannen, uns über das Lehrbuch hinaus mit der Materie zu befassen. Wir wollten die nächste Stufe, den „Open Water Diver“, machen, um nicht mehr auf den Aufpasser angewiesen zu sein. Allerdings war uns auch klar, dass wir uns da entsprechend vorbereiten müssen. Wenn wir den Schein machen, dann wollten wir auch bereit dafür sein, die Verantwortung für uns selbst und den anderen übernehmen zu können. Bei unseren Recherchen im Internet stießen wir dabei immer wieder auf kritische Stimmen, dass es oftmals gerade den Tauchern der Kategorie 2b zu leicht gemacht wird, irgendeinen Schein – auch „Brevet“ genannt – zu erlangen. Unsere persönliche Erfahrung ist, dass genau das von jedem selbst abhängt. Auf der Suche nach Möglichkeiten, bis zum nächsten Kurs gewisse Fertigkeiten zu verfeinern, bin ich mehrmals gefragt worden, ob wir denn „nicht gleich den Open Water Diver“ machen wollen, anstatt uns mit sowas aufzuhalten. Nun, das Ganze ist wie beim Führerschein – eigentlich sind nämlich zur Prüfungszulassung nur die Sonderstunden (Nacht, Autobahn, Überland) vorgeschrieben, danach könnte man theoretisch die Prüfung machen. Aber wer macht das schon, ohne sein Können im „normalen“ Straßenverkehr mal ausprobiert zu haben? Genauso wollten wir es auch halten, wir wollten uns fähig fühlen, den Ansprüchen des „Open Water Diver“ zu genügen. Noch dazu, da der Vergleich mit dem Führerschein fürs Auto durchaus richtig ist: Der Kurs ist wichtig, um die Regeln und den Umgang mit dem Auto zu lernen. Aber die wirkliche Erfahrung fängt man dann erst an zu erwerben, wenn der Fahrlehrer nicht mehr neben einem sitzt. Daher ist es wichtig, gutes Handwerkszeug mit auf den Weg zu nehmen.

Die Geschichte geht also weiter.
Divestore.de - das Tauchsport-Versandhaus

Tauchen – in der Praxis

[singlepic id=87 w=320 h=240 float=right]Als wir unsere Helden das letzte Mal sahen, hatten Sie gerade Theorie und praktische Übungen eines Tauchkurses hinter sich gebracht und warteten mehr als nervös auf den nächsten Tag – der Praxis…

Für den Tag der Meerwassertauchgänge hatte man uns verschiedene Tipps gegeben. Man sollte zum Beispiel am Morgen nicht zu schwer frühstücken. Aber das war, was mich betrifft, sowieso umöglich. Ich war viel zu nervös, um mir den Bauch vollzuschlagen. Immer noch spukte diese Zahl in meinem Kopf, 10 Meter. Der einzige, der Zuversicht ausstrahlte, war unser Tauchlehrer. Nicht mal ein anderer Mensch, der an unseren Übungen teilgenommen hatte, war weniger nervös als wir. Und der hatte nur das „Einsteigerpaket“ gebucht, bei dem man nur einen Tauchgang im Meer macht und nur bis 5 Meter Tiefe geht, also sich das Ganze quasi einfach mal so anschaut. Diesen „Discover Scuba-Diving“ genannten Kurs kann man innerhalb einer gewissen Frist fortsetzen, um „Scuba Diver“ oder „Open Water Diver“ zu werden.

Nach einer Fahrt von etwa zwei Stunden erreichten wir den ersten Tauchplatz. Der erste Tauchgang sollte keine Übungen beinhalten. Das haben diejenigen, die den Kurs entworfen haben, schon recht gut erkannt: Als Anfänger ist man beim ersten Freiwassertauchgang überhaupt mit vielen, vielen anderen Dingen beschäftigt, als sich unbedingt noch um irgendwelche Übungen zu kümmern. Der Tauchgang dient dazu, sich selbst zu orientieren, sich an das Gefühl zu gewöhnen. Schließlich war es soweit: Der Moment, ins Wasser zu springen, zu wissen, dass man hier – anders als beim Pooltraining – nicht eben mal schnell einfach so an die Oberfläche konnte. Nervosität.

Dann Regulator und Maske festhalten… reinspringen. Zum ersten Mal von der eigenen Tarierweste an der Oberfläche gehalten und zu wissen, dass es unter einem etwa 20 Meter in die Tiefe geht. Und letztlich: das Abtauchen. Hier macht man die Erfahrungen, von denen die Lehrbücher schon erzählt haben. Auch wenn es sich teilweise anders anfühlt, als man es sich vorgestellt hat. Der Druckausgleich war auf den ersten fünf Meter schwieriger, später wurde er leichter und lief fast „so nebenher“. Allein, wir konnten es gar nicht fassen, bis auf fünf Meter Tiefe gegangen zu sein. Was Entfernungen betrifft, unterschätzt man sich unter Wasser gewaltig, vor allem als Anfänger. Das einzige, das einem sicher bestätigt, wie tief man ist, ist der eigene Tauchcomputer.

Die ersten fünf Meter waren wir senkrecht unter unseren Tauchboot nach unten getaucht, entlang einer Leine. Nun ging es von der Leine weg auf ein Riff zu, in dessen Nähe das Boot lag. Und unter uns breitete sich ein Schiffswrack aus. Wir tauchten tiefer, je näher wir dem Riff kamen, das merkte man an der Notwendigkeit, immer wieder einen Druckausgleich zu machen. Aber wie schon erwähnt, es war leichter als zuvor. Außerdem gab es so viel zu sehen, die Korallen, das Riff, das Wrack, Fische…

[singlepic id=88 w=320 h=240 float=right]Während wir kontinuierlich tiefer gingen, schwammen wir an der Steuerbordseite des Wracks in Richtung Bug. Als wir auf desssen Höhe waren, waren wir auch in der Tiefe, in der dieser Lag, unmittelbar am Riff. Von hier aus konnte man zurückblicken auf das Schiff, das seit über 20 Jahren an der Stelle lag. Und der Anblick war beeindruckend, das kann man wohl sagen. Die gute Sichtweite im Roten Meer tat ihr übriges dazu, man konnte nicht nur bis zur Oberfläche sehen, sondern weit bis zu den Aufbauten des Schiffes. Doch genau in dem Moment, da wir beide vor dem Bug schwebten, fiel mir etwas ein. Vor dem Tauchgang wurde – wie es so üblich ist – ein so genanntes „Briefing“ gemacht. Der Tauchplatz wurde besprochen, was man dort so findet, wo man vorsichtig sein muss, und es wurde eine „Route“ ausgemacht. Hatte es da nicht geheißen, der Bug des Wracks läge auf 10 Metern Tiefe? Ich blickte auf die Anzeige meines Tauchcomputers.

10,2 Meter.

Es sind solche Momente, die sich einprägen. Einerseits, weil die Tatsache, in 10 Metern Tiefe zu sein sich als nicht so drastisch herausstellte, wie man sich das anhand der Schilderungen aus dem Lehrbuch vorgestellt hatte. Andererseits, weil es einem klarmachte, dass man sich nicht auf das verlassen konnte, was man sah oder abzuschätzen glaubte. Hätte man mich gefragt, ich hätte die Entfernung zur Wasseroberfläche in dem Moment auf etwa fünf oder sechs Meter geschätzt. Der Tauchcomputer bestätigte, dass wir doppelt so tief waren.

Unser Weg führte uns an der Backbordseite des Schiffes entlang zur Brücke. Da das Riff an der Stelle abfiel und damit das Wasser tiefer wurde, mussten wir immer mehr über dem Boden schweben, um die Tiefe von 12 Metern nicht zu überschreiten, die für den „Scuba Diver“ die festgelegte Grenze war. Es war trotzdem ein faszinierender Anblick und unzählige Eindrücke, die auf einen einströmten. Nicht dass man das nicht schon aus irgendwelchen Dokumentarfilmen kannte, aber es tatsächlich selbst zu sehen und zu erleben, das war etwas völlig anderes. Die 45 Minuten, die der Tauchgang letztlich dauerte, vergingen dann auch wie im Flug. Schneller als gedacht war der Inhalt meiner Flasche in der Nähe der Reserve angekommen und wir wieder an der Oberfläche.

Die Pause zwischen den zwei Tauchgängen, die dadurch kam, dass das Boot den zweiten Tauchplatz anfahren musste, brauchten Annette und ich, um ansatzweise verarbeiten zu können, was wir da gerade erlebt hatten. Ich will nicht sagen, dass sich unsere Nervosität, die wir am Morgen noch hatten, komplett in Luft aufgelöst hatte, aber sie war auf ein erträgliches Maß zurückgegangen, so dass wir nun sehr gespannt waren auf den nächsten Tauchgang und was es da so zu sehen geben würde. Der Hauptteil der noch vorhandenen Nervosität kam durch die Übungen, die bei diesem Tauchgang absolviert werden müssten.

[singlepic id=91 w=320 h=240 mode=watermark float=right]Der zweite Tauchgang führte uns zu einem Riff in einer Gegend, die auch als „Dolphin House“ bezeichnet wurde. Warum, das merkten wir schon bei der Ankunft, als in der Ferne die ersten Delphine (nach neuer Rechtschreibung: „Delfine“) auftauchten. Dann ging es herunter an das Riff, wo unser Tauchlehrer sich offenbar genötigt sah, das Versprechen einzuhalten, das einem die Tauchschulen so leichtfertig geben: „You will see Nemo!“ Ja, so schreitet die Disneyfizierung der Ozeane fort, das arme Tier heißt nicht mehr „Clownfisch“, sondern „Nemo“. Jedenfalls durften wir das Tier, das bei Disney „Nemo“, bei einigen „Clownfisch“, bei anderen „Harlekinfisch“ und wissenschaftlich „Amphiprion ocellaris“ heißt, aus der Nähe betrachten, wie er aus einer Anemone hervorlugte. Und ach ja, daher nennt man ihn auch „Orangeringel-Anemonenfisch“. Dieses Erlebnis wurde jedoch bald darauf übertroffen, als zwei Delphine auf der Bildfläche erschienen, die in unserer Nähe blieben, während wir die Übungen durchführten. Offenbar fanden sie interessant, was wir machten. Oder vielleicht wollten sie nur sagen „Macht’s gut und danke für den Fisch!

Beide Tauchgänge hatten bei uns einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Offenbar so nachhaltig, dass das auch unserem Tauchlehrer auffiel, der uns folgende mahnenden Worte mit auf den Weg gab: „Ihr werdet schon bald anfangen, Eure eigene Ausrüstung anzuschaffen.“ (aber bitte, wieso denn gleich eine eigene Ausrüstung??) und „Als ‚Scuba Diver‘ dürft Ihr nur tauchen, wenn ein Aufpasser mit dabei ist, und das wird Euch bald nerven.“ (ach was, 12 Meter ist doch tief genug und so’n Aufpasser sorgt doch auch für zusätzliche Sicherheit). Wir hingegen waren uns zu dem Zeitpunkt nur sicher, dass wir irgendwie weitermachen wollten. Urlaubstaucher… ja… ist doch ganz nett… so ab und zu mal…

Oder?

Fortsetzung folgt!

Tauchen – in der Theorie

[singlepic id=39 w=320 h=240 float=right]Als wir unsere Helden das letzte Mal sahen, hatten sie gerade den Entschluss gefasst, sich an der Tauchbasis ihres Hotels zu einem Tauchkurs anzumelden. Hier nun die Fortsetzung…

Als wir einen Tag später zur Tauchbasis unseres Hotels kamen, ging alles sehr viel schneller, als wir gedacht hatten. Wir erklärten dem Leiter, dass wir den „Scuba Diver“-Kurs machen wollten und dass wir nach Möglichkeit einen deutschen Instructor bräuchten. Dann kamen als erstes die Formulare, Anmeldung zum Kurs und eine medizinische Selbstauskunft. Tauchen ist eine Sportart, die voraussetzt, dass man körperlich dafür geeignet ist. Gewisse Krankheiten, wie etwa Asthma, sollten vor einem Tauchversuch mit Hilfe eines Arztes abgeklärt werden, manche sprechen sogar gegen das Tauch an sich. Außerdem sollte man – was wunder – schwimmen können. Und wenn man die Nerven vom Tauchlehrer schonen möchte, sollte man schon zuvor schon mal mit dem Kopf unter Wasser gewesen sein. Tatsächlich, so erklärte es uns unser Instructor später, gäbe es wohl Leute, die eigentlich Angst vor dem Untertauchen haben, aber dann einen Tauchkurs belegen. Nein, so waren wir nicht, im Gegenteil. Aus heutiger Sicht erscheint es sogar merkwürdig, dass wir das nicht früher angefangen haben, aber es ist wie es ist. Und es ist eigentlich auch gut so. Aber eines nach dem anderen.

Wenn man den Entschluss fast, sich ernsthaft mit dem Tauchen zu beschäftigen, kommt meistens eine Frage auf, die wir uns gar nicht zu stellen hatten: Bei welchem Tauchverband macht man die Ausbildung? CMAS oder PADI? CMAS ist die Abkürzung für „Confédération Mondiale des Activités Subaquatique“ und ist einer der ältesten Tauchverbände überhaupt. Er bildet eine Dachorganisation verschiedener nationaler Tauchverbände wie dem VDST („Verband deutscher Sporttaucher“) oder der IDA („International Diving Association“). PADI bedeutet „Professional Association of Diving Instructors“. Beide Organisationen sind – bis auf ein paar Ausnahmen – weltweit bekannt und anerkannt und achten darauf, dass beim Erlernen des Tauchsports bestimmte Standards eingehalten werden. Gab es früher noch große Unterschiede zwischen den Standards beider Organisationen, so sind diese heute weitestgehend gleich. Die Ausbildungen, die man absolvieren kann, haben unterschiedliche Bezeichnungen, aber das Ziel ist das Gleiche. Oft – so wie bei uns – ist es einfach keine Frage persönlicher Präferenz, sondern der Verfügbarkeit. Unsere Tauchbasis bildete nach PADI aus, also begannen wir eben diesen Kurs.

Nachdem wir uns durch die Formulare gekämpft hatten, kam die Ansage, dass wir sofort mit der Theorie beginnen würden. Am Nachmittag würde es in den Pool gehen – und am nächsten Tag ins Meer. Äh, wie bitte? Ja, in der Tat, von der so viel beschriebenen ägyptischen „Gemütlichkeit“ war da nicht viel zu merken. Ob das daran lag, dass der Tauchbasenleiter Bedenken hatte, wir könnten es uns nochmal anders überlegen, wenn noch ein Tag dazwischen wäre, konnten wir nicht herausfinden. Jedenfalls bekamen wir sofort die Theorie erklärt, zusammen mit einem Lehrbuch zum Selbststudium. Mit dem sollten wir uns bis zum Nachmittag beschäftigen.

Die Theorie… da war doch noch was. Ich kann nicht sagen, dass ich völlig „unbedarft“ war, was das Tauchen betrifft. Über die Notwendigkeit des Druckausgleichs etwa hatte ich schon etwas gelernt, als ich als Teenager das Schnorcheln angefangen habe. Und über Tauchnotfälle hatte ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Rettungsassistent einiges gehört. Gezwungenermaßen hatte ich da sogar schon praktische Erfahrung, als ich im Rettungswagen einen Taucher mit Zustand nach Tauchunfall reanimierte (der es leider nicht geschafft hat). Alles das kehrte nun zurück, denn natürlich muss man auch über die Extremsituationen Bescheid wissen, Dinge, die einem passieren können – und was man tun kann, um sie zu verhindern (bzw. wenn man sie nicht verhindern kann, wie man richtig reagiert). Bei Annette und mir jedoch sprang unser Gefahrensinn an. Vielleicht etwas mehr als er sollte, denn wir wurden auf einmal richtig nervös. Aber jetzt hatten wir’s schon angefangen. Mit dazu kamen ganz neue Begriffe, die man natürlich auch lernen musste. Was bei mir im Kopf bisher unter „Atemgerät“ abgespeichert war, wurde auseinander genommen in seine Bestandteile wie „erste Stufe“ (was für mich bisher der Anfang einer Treppe war), „Regulator“, „Finimeter“, „Inflator“ und noch einiges mehr.

[singlepic id=86 w=320 h=240 float=right]Nun standen also zwei Einheiten Poolunterricht vor uns. Die Tatsache, dass ich wieder diesen Moment erleben würde, in dem man zum ersten Mal unter Wasser Luft holen würde und feststellt, dass es ganz einfach geht, dämpfte meine Nervosität ein wenig und wandelte sie in Vorfreude. Am Pool wurde die Ausrüstung erklärt, im Pool wurden verschiedene Übungen und Manöver durchgegangen; man muss mit der Ausrüstung klarkommen, sie genauer kennenlernen und wissen, wie man sich hilft, wenn man zum Beispiel den Regulator verliert, oder die Taucherbrille. Es war in der Tat ungewohnt und der Instructor, den man uns zugeteilt hatte, brachte die notwendige Entspannung mit. Nicht dass es groß etwas genützt hätte, die Nervosität blieb, aber es war doch sehr positiv. Da ich mittlerweile auch Erfahrung mit anderen Tauchlehrern machen durfte, weiß ich, dass mir die beruhigende Art sehr viel mehr liegt. Ich brauche niemanden, der mir erzählt, dass ich ein blöder Anfänger bin – das weiß ich selbst!

Aber a propros „Anfänger“, was paradoxerweise auch nicht zu meiner Beruhigung beitrug, war die Tatsache, dass die ganzen Übungen gut funktionierten. Für unser beider Geschmack etwas zu gut. Konnte das sein? Waren wir Naturtalente? Nein, irgendwas konnte da nicht stimmen. Ein Loch im Raum-Zeit-Gefüge? Oder war das Privatfernsehen schuld? Einfach nur Glück?

Zu dieser Nervosität kam dann auch noch die Beschreibung aus dem Lehrbuch dazu, dass wir am Abend natürlich nochmals durchgingen. Man möchte ja vorbereitet sein, immerhin sollte es am nächsten Tag bis auf 10 oder gar 12 Meter Tiefe gehen. Ganz spezifisch wurde im Lehrbuch darüber berichtet, dass mit dem steigenden Druck in der Tiefe (pro 10 Meter Wassertiefe nimmt der Druck um 1 Bar zu) auch das Atmen schwerer sei. Und mit einem Mal wurde uns bewusst, wie viel Wasser da über einem ist. Eine Säule von 10 Metern. Hätte man mich aufgeforderte, diese 10 Meter von einem Sprungturm zu springen, ich hätte es nicht gemacht. Zu hoch. Und jetzt sollten wir also da runter gehen.

Aha.

Wir einigten uns darauf, dass wir das jetzt durchziehen und dann erstmal weitersehen. Die Nacht wurde entsprechend unruhig. Es schläft sich nicht gut, wenn man sich so viele Gedanken macht. Und umso schneller kam der nächste Morgen…

Fortsetzung folgt…

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Tauchen – und so beginnt es…

[singlepic id=92 w=320 h=240 float=right]Wenn man die Lehrbücher über das Tauchen liest, so fangen diese zumeinst mit einer kleinen Einführung an, die den Schüler auf das vorbereiten, was er so erleben und erfahren wird, wenn er das erste Mal die Ausrüstung anlegt und ins Wasser geht. Dass die Ausrüstung sich schwer anfühlt, ungewohnt. Dass man, wenn man den Kopf zum ersten Mal mit einem Regulator im Mund unter Wasser nimmt, sich daran erinnern muss, weiterzuatmen. Nicht die Luft anhalten. Und dann ist da die Rede von einer neuen Welt, die man betritt. Und in der Tat, das ist es…

Ein Urlaub ist auch die Gelegenheit, mal etwas auszuprobieren. Meine Mutter hat sich beispielsweise vor Jahren im Urlaub das Rauchen abgewöhnt. Ihre Überlegung war dabei ganz logisch: Niemand von den Kollegen würde es mitbekommen, sollte ihr Versuch scheitern. Und wenn sie es schaffen sollte, wäre sie nach dem Urlaub so gefestigt, dass ein Rückfall nicht mehr so wahrscheinlich wäre. Ihr Plan ging auf. Und ganz so ähnlich verhält es sich mit anderen Dingen, wie zum Beispiel sportlichen Aktivitäten. Wenn man schon immer mal das Windsurfen ausprobieren und sich nicht am heimischen Baggersee vor allen Freunden blamieren wollte, ist der Urlaub ideal. Keiner da, der einen kennt, und Lehrer, die durch den Umgang mit der besonderen Sorte Anfänger schon einiges gewohnt sind.


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Mit dem Tauchen ist es da ganz ähnlich. Was mich persönlich betrifft, es steckte irgendwie schon immer in mir drin. Fasziniert sah ich als Kind Fernsehsendungen über das Tauchen (nur die Dokumentation über Tauchunfälle fand ich gruselig). Aber irgendwie fehlte immer etwas, das den letzten Ausschlag gab. Etwas, das mich dazu bewegen würde, zu mir selbst zu sagen: „Jetzt machst Du’s!“ In meinem Bekanntenkreis war niemand, der tauchte und mich hätte „anstecken“ können. Und dadurch, dass ich am Bodensee wohnte, bekam ich immer aus erster Hand mit, wenn es mal wieder einen Tauchunfall gegeben hatte. Im Zuge meiner rettungsdienstlichen Ausbildung lernte ich noch mehr über diese Art Unfälle und was alles so passieren konnte. Diese ganzen Dinge führten dazu, dass es einfach bleiben ließ. Zwar nahm ich im ersten Ausbildungsjahr an einem Schnuppertauchen teil, das beim Jubiläum eines Hallenbades veranstaltet wurde, aber trotz dass ich das faszinierend fand, wurde die Leidenschaft in mir doch nicht geweckt. Mal ganz davon abgesehen, dass ich in meiner Ausbildung andere sorgen hatte, als auch noch Tauchen zu lernen.

[singlepic id=85 w=320 h=240 float=left]Viele Jahre später dann kam ein Urlaub am Roten Meer. Und es geschah genau das, was ich oben beschrieb – fern der Heimat und unbeobachtet von Menschen, die ein eigenes Scheitern vielleicht hämisch betrachten würden, kam es dazu, dass meine charmante Reisebegleiterin Annette und ich den Entschluss fassten, das Tauchen mal zu probieren. Das Hotel, in dem wir wohnten, hatte – wie die meisten Strandhotels am Roten Meer – eine eigene Tauchbasis, deren Leute immer nach neuen Tauchschülern Ausschau hielten. Diese Schüler übten am Hotelpool. Immer, wenn ich sie sah, musste ich an mein eigenes Schnuppertauchen denken, und dass es doch recht faszinierend war. Schnuppertauchen wäre auch dort möglich gewesen, doch ich wollte mich selbst nicht quälen. Nur mal ausprobieren und dann nicht anfangen, was sollte das denn sein? Vielleicht weiterzumachen, das kam mir nicht in den Sinn.

Eines Abends nun saßen Annette und ich in der Hotellobby und warteten eigentlich auf unsere Reiseleiterin, um einen Tagesausflug zu buchen. Und auf einmal fing sie an, ob ich nicht schon immer mal das Tauchen lernen wollte. Verblüfft stellte ich fest, dass sie sich offenbar ähnliche Gedanken gemacht hatte wie ich. Und zum ersten Mal entstand auch bei mir so ein Impuls, so dass wir hin und her überlegten. Hm. Was wollen wir überhaupt damit anfangen? Urlaubstauchen vielleicht. Würde doch reichen. Die erste Ausbildungsstufe, die die da anbieten, heißt „Scuba Diver“. Hm. Soso. Und was darf man dann? Ja, bis 12 Meter Tiefe tauchen und nur unter Aufsicht von einem „Instructor“. Wäre doch nett. Dann ist immer einer dabei, der aufpasst. Und 12 Meter, das ist ja nicht so tief. Na ja, man muss es ja nicht gleich richtig anfangen. Ausrüstung kann man sich leihen und immer schön dort ins Wasser gehen, wo es warm ist. Ja. Der Kurs kostet Geld. Aber Du wolltest es auch immer mal ausprobieren, oder?

So kam es zu dem Entschluss – wir belegen diesen „Scuba Diver“-Kurs. Schon am nächsten Tag wollten wir uns anmelden. Dass es am nächsten Tag schon losgehen sollte, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Wird fortgesetzt…

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