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Schlagwort: Umweltbewusstes Reisen

OCEAN2012 kritisiert Teile des Reformvorschlags zur EU-Fischereipolitik

(pur). EU-Kommissarin Maria Damanaki hat im Juli in Brüssel ihren Vorschlag für eine Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) präsentiert. Der Vorschlag steht am Ende eines über zweijährigen politischen Prozesses, der strukturelle Schwächen von nunmehr 40 Jahren europäischer Fischereipolitik ausräumen soll. Das Reformpaket enthält einige begrüßenswerte Elemente, so die Einschätzung des europaweiten Bündnisses OCEAN 2012; insgesamt aber bleibt vor allem der Vorschlag einer neuen Grundverordnung für die Gemeinsame Fischereipolitik hinter der ursprünglichen Ankündigung der Kommission einer „radikalen Reform“ zurück.

„Der Kommissionsvorschlag enthält konkrete Zielsetzungen für die notwendige Erholung der europäischen Fischbestände einschließlich der Forderung, dass Maßnahmen im Einklang mit den besten verfügbaren wissenschaftlichen Empfehlungen getroffen werden müssen. Diese Verbesserung gegenüber der gegenwärtigen Rechtslage könnte der Überfischung durch die Fangflotte der EU einen Riegel vorschieben“, sagte Uta Bellion, Direktorin des European Marine Programme der Pew Environment Group und Koordinatorin von OCEAN2012.
Nach Schätzung der Europäischen Kommission übersteigen die Fangkapazitäten einiger Mitgliedsstaaten das Niveau, welches für eine nachhaltige Bewirtschaftung notwendig wäre, um das Zwei- bis Dreifache. Diesem Missstand wird der Reformvorschlag aber nicht gerecht: „Der Vorschlag enthält unzureichende Bestimmungen zur Behebung der Flottenüberkapazität, die das Grünbuch von 2009 als Kernproblem der Gemeinsamen Fischereipolitik identifiziert hat. Anstelle verpflichtender Kapazitätsobergrenzen zielt die Kommission darauf ab, die EU-Fischereiflotte durch eine Quasi-Privatisierung der Fischereiressourcen zu verkleinern. Dieser Ansatz weist in anderen Staaten eine gemischte Erfolgsbilanz auf. Er verhindert eine Entschädigung der Öffentlichkeit für den Verlust einer Gemeinschaftsressource sowie eine Besserstellung derjenigen, die auf sozial und ökologisch verantwortlichere Weise fischen“, so Bellion.

Die Reformvorschläge werden nun dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat vorgestellt. Für die folgenden Verhandlungen im Rahmen des allgemeinen Gesetzgebungsverfahrens der EU fordert OCEAN2012:

  • den Wiederaufbau und Erhalt der europäischen Fischbestände oberhalb von Größen, die einen größtmöglichen Dauerertrag erzielen bis 2015, in Einklang mit den internationalen Verpflichtungen der EU;
  • einen bevorzugten Zugang zu Ressourcen für diejenigen Fischer, die auf ökologisch und sozial verantwortlichere Weise fischen;
  • die Beendigung von umweltschädlichen Beihilfen und die Beschränkung öffentlicher Mittel auf Tätigkeiten, die einen öffentlichen Nutzen schaffen.

„Unter dem Druck kurzfristiger ökonomischer Interessen ist es der Kommission nicht gelungen, allen im Grünbuch identifizierten strukturellen Schwächen zu begegnen“, sagte Nina Wolff, Fischerei-Expertin der Deutschen Umwelthilfe und Koordinatorin von OCEAN2012 in Deutschland. „Jetzt liegt es in der Verantwortung von Parlament und Rat der Europäischen Union, dass die künftige gemeinsame Fischereipolitik für gesunde Fischbestände sorgt und damit einen Beitrag zur Verbesserung des Umweltzustands der EU-Gewässer leistet. Nur eine Erholung der Fischbestände sichert letztlich die Zukunft von Fischen und Fischern und damit auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern dauerhaft eine Auswahl an verantwortlich und regional gefangenem Fisch.“ OCEAN2012 fordert die deutschen Vertreter im Europäischen Parlament und Ministerrat auf, eine Vorreiterrolle für den Kurswechsel zu einer ökologisch verantwortlichen Fischerei einzunehmen.

Briefing zu einzelnen Punkten der Reform in englischer Sprache unter http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2653

OCEAN2012 ist ein Zusammenschluss von Organisationen, die im Rahmen der Reform der europäischen Fischereipolitik Überfischung und destruktive Fischfangmethoden beenden und eine angemessene und gerechte Nutzung der Fischbestände durchsetzen wollen. OCEAN2012 schlägt einen neuen, sich an Grundprinzipien orientierenden Denkansatz für das Fischereimanagement in den Gewässern der EU und für die EU-Flotte weltweit vor: www.ocean2012.eu. Die Organisation wurde von der Pew Environment Group gegründet und wird von ihr koordiniert. Die Pew Environment Group ist die Naturschutzabteilung des Pew Charitable Trusts, einer Nichtregierungsorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Überfischung der Ozeane zu beenden. Zum Lenkungsausschuss von OCEAN2012 gehören: Coalition for Fair Fisheries Arrangements, Ecologistas en Acción, The Fisheries Secretariat, nef (new economics foundation), die Pew Environment Group und Seas At Risk.
In Deutschland sind folgende Organisationen Mitglied von OCEAN2012: DEEPWAVE e. V., Deutsche Umwelthilfe e. V., EuroNatur, Evangelischer Entwicklungsdienst e.V., Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e. V., M.E.E.R. e. V., NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.), Pro Wildlife e. V. und Reef Check e. V.

Quelle: djd

SAFE – Internationales Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch

(pur). Seit Anfang der 90er Jahre setzt die GRD das internationale Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch (SAFE) des amerikanischen Earth Island Institute (EII) in Deutschland um.

Die SAFE angeschlossenen deutschen Importeure und Händler haben sich verpflichtet, nur Thunfisch anzubieten, der nicht mit Treibnetzen oder durch das Setzen von Netzen um Delfinschulen gefangen wurde. Um sicher zu gehen, ob ein Dosenthunfischprodukt wirklich „delfinsicher“ gefangen wurde, kann anhand einer Verbraucher-Checkliste überprüft werden. SAFE ist ein Logo für delfinsicher gefangenen Thunfisch. Es trifft keine Aussage über die Nachhaltigkeit oder Selektivität der eingesetzten Fangmethode. Fischlabel, die sämtliche Aspekte des Thunfischfangs berücksichtigen, haben erst in jüngster Zeit begonnen, auch Thunfisch zu zertifizieren. Dazu zählen MSC und FoS (Friend of the Sea).

Das Logo „SAFE“ ist vom EII geschützt und wird ausschließlich an Firmen vergeben, die am Kontrollprogramm für „delfinsicheren“ Thunfisch beteiligt sind. Allerdings ist diese neue Logo noch nicht auf allen anerkannten „delfinsicheren“ Marken zu finden.

Quelle: djd

90. Geburtstag von Delfinschützer und Segler-Legende Rollo Gebhard – Vor 20 Jahren Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gegründet

(pur). Er war über vierzig Jahre auf den Weltmeeren zu Hause. Umsegelte die Welt gleich dreimal, davon zweimal allein, ist Autor zahlreicher Bücher, hielt seine Abenteuer in viel beachteten Dokumentarfilmen fest und gründete 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD): Rollo Gebhard ist zum Inbegriff des Abenteurers und Delfinschützers geworden. Im Juli feierte er seinen 90. Geburtstag in Bad Wiessee am Tegernsee.

In Salzburg geboren, in Dresden aufgewachsen, lagen ihm zunächst Theater und Musik am Herzen. Seine Träume aber zogen ihn hinaus aufs Meer. Die wagemutigen Fahrten von Rollo Gebhard sind der Stoff aus dem Legenden entstehen:

In einer nur 5,5 Meter langen offenen Jolle überquerte er 1958 das Mittelmeer. Nach diesem „Schnupper-Törn“ segelte er das offene Holzboot nach Ägypten, durch den Suez-Kanal ins Rote Meer. Dort wurde er vor der Küste des Jemen von arabischen Piraten gekapert und überlebte nur dank seiner angeborenen Schlitzohrigkeit und viel Charme. 1963 überquerte Gebhard in einem Sperrholz-Kajütboot allein den Atlantik. Bei der Ankunft in New York wurde seine Fahrt als Erstüberquerung im kleinsten Boot von den Medien enthusiastisch gefeiert.

Danach folgte 1967 bis 1970 die erste Einhand-Weltumseglung, 1975 die zweite auf neuer Route. Damit wurde Rollo Gebhard zum ersten Deutschen, der die Welt zweimal allein umsegelt hatte. Sein Boot, die „Solveig III“, steht heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven – es ist das kleinste Schiff der Welt, das zweimal die Erde umrundete. Als Krönung seiner seglerischen Laufbahn unternahm er dann zusammen mit seiner Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau Angelika eine dritte Weltumseglung. Sie führte das Paar in sechs Jahren auf alle Ozeane und zu allen Kontinenten bis hinauf nach Alaska und endete mit einer sportlichen Höchstleistung, als sie in sechs Monaten nonstop von Australien um die halbe Erde bis nach Emden segelten.

Rollo Gebhard, der das Bundesverdienstkreuz und höchste seglerische Auszeichnungen erhalten hat, setzte sich nach der Heimkehr für die Erhaltung der Meere ein. Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger gründete er 1991 die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiernde Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), mit Sitz in München. „Es ist meine Verpflichtung als Segler“, begründete er seine Initiative damals.

Neben dem seit 1991 immer noch brandaktuellen Kampf gegen „delfintödliche“ Netze setzt sich die GRD heute in einem weltumspannenden Netzwerk mit Schutzprojekten in Kroatien, Peru, Mosambik, vor La Gomera und Dominica für das Überleben bedrohter Delfin- und Pottwalpopulationen ein. So ist Rollo Gebhard heute nicht nur Segler-Legende, sondern auch Symbolfigur für den Meeressäugerschutz in Deutschland und weit darüber hinaus.

Quelle: djd

El Gouna für mehr Umweltbewusstsein am Roten Meer: Green Gouna Day am 26. September

Die Strände von El Gouna / (c) by El Gouna Tourismus

Die Strände von El Gouna / (c) by El Gouna Tourismus

Der 26. September steht in El Gouna am Roten Meer ganz im Zeichen des Umweltschutzes. Mitarbeiter, Einwohner und Urlauber befreien gemeinsam die Strände am Festland sowie eine der vorgelagerten Inseln komplett von Müll und Verschmutzungen. Der Green Gouna Day wird von zahlreichen Hotels, Tauchschulen, Kite-Zentren und Schulen sowie von Orascom Development und der Umweltorganisation HEPCA unterstützt. Neben vielen anderen Umweltschutz-Projekten des ambitionierten Ferienorts nahe Hurghada ist der jährliche Green Gouna Day ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des allgemeinen Umweltbewusstseins.

Der „Green Gouna Day Clean-up“ konzentriert sich dieses Mal auf die Strände im Norden von El Gouna und eine der nördlichen Inseln, die unter Naturschutz steht. Die Insel ist ein wichtiger Nistplatz für Schildkröten und Heimat vieler heimischer Vogelarten. Die Umweltorganisation HEPCA (Hurghada Environmental Protection and Conversation Association) unterstützt und beaufsichtigt die Aufräumarbeiten.

El Gouna ist in Ägypten ein Musterbeispiel für Grünen Tourismus. Neben einer eigenen Recyclinganlage, strenger Mülltrennung und einer Anlage zur Aufbereitung von Nutzwasser ist die Lagunenstadt Pilotdestination für das „Green Star Hotel“, ein ambitioniertes Umweltschutzprojekt für die Hotellerie. 2006 wurde in El Gouna ein Umweltmanagementsystem etabliert, mit Mitarbeiterschulungen in allen Bereichen des umweltfreundlichen Hotelbetriebs – von der Wassersparmaßnahme bis zum Energiemanagement. Darauf basierend, wurde das „Green Star Hotel“ Label für die ägyptische Hotelindustrie entwickelt.

Infos zum Green Gouna Day gibt es auf der facebook Fan-Seite unter http://www.facebook.com/event.php?eid=131416530236024&ref=mf oder unter www.elgouna.com.

Quelle: El Gouna Tourismus

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