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Schlagwort: Nordsee (Seite 4 von 6)

Über den Trischendamm zu den Sternen

Der Trischen-Damm bei Friedrichskoog. Bild (c) Tourismus-Service Friedrichskoog

Der Trischen-Damm bei Friedrichskoog. Bild (c) Tourismus-Service Friedrichskoog

Weißt Du, wieviel Sternlein stehen? Wer nächtens nach oben schaut, wird sagen – eine Menge. Doch das kann noch viel schöner aussehen, viel, viel mehr Sterne scheinbar; strahlend, funkelnd und kristallklar. Eigentlich. Jedoch: Meist sieht man sie eher schlecht, weil der Nachthimmel vom gestreuten, indirekten Licht künstlicher Quellen gestört wird – das nennt man Lichtverschmutzung. “Kommen Sie mal mit“, sagt der Natur- und Landschaftsführer Michael Beverungen, der hauptberuflich als Nationalpark-Ranger arbeitet, „kommen sie heute Nacht mal mit hinaus auf den Trischen-Damm.“ Dann werden wir schon sehen, wieviel Sternlein stehen.

Von Friedrichskoog-Spitze zieht sich ein schmaler Steindamm mehr als zwei Kilometer in das Watt der Elbmündung hinaus. Begehen darf den Damm jeder, in Begleitung von Michael Beverungen indes wird der Besuch zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Sterne, die erklärt er so, dass man was versteht und behält. Und auch die Vögel der Nacht; wir wollen mal schauen und horchen, was nächtens draußen im Watt los ist.

Die Gruppe steht auf dem Deich und ein eiskalter Ostwind weht über das Land. Ostwind ist gut, dann ist der Himmel zumeist klar. Sternenklar. Der Abendstern ging heute schon um halb Fünf auf. „Das ist die Venus“, erklärt Beverungen, „je nach Jahreszeit ist sie der Abendstern oder – geht sie morgens auf – der Morgenstern.“ Die Venus soll die Gruppe bis zum Ende der kleinen Exkursion begleiten. Wenn der Große Hund aufgeht, dann geht sie unter.Unten am Deich hat der Wind nachgelassen (auf dem Rückweg und weiter draußen wird er später umso härter wieder zupacken). Der Winter ist die wohl beste Zeit für einen einsamen Ausflug zum Sternegucken auf den Damm; es ist früh dunkel, der Himmel oft klar, und wenn Eis und Schnee im Watt liegen, bekommt die Szenerie eine besondere, einzigartige Atmosphäre. „Heute ist der Mond fast selbst schon eine Lichtverschmutzung“, meint der Guide, als die Gruppe sich vorsichtig auf den Damm hinaus tastet. So hell scheint er, dass die Menschen seltsam schale Schatten in das fahle Licht werfen, das die Schneeflächen reflektieren. Traumhafte Mondlichtschatten. Und selbst die Venus strahlt so schön und klar, dass sie einen eigenen Lichtkegel auf die Nordsee wirft.

Der Damm liegt als schmales Band im fahlen Mondlicht, führt hinaus in die scheinbare Unendlichkeit des nächtlichen Wattenmeeres. Das in einem gespenstischen Licht wie seltsam glitzernder Phosphor zu leuchten scheint. Es sind ohnehin sonderbare Lichtspiele, die auf dem ablaufenden Wasser erscheinen. Im zerbrochenen Eis seltsame Zerrbilder von Licht und Schatten, zerrissen und verworfen. Die Priele liegen dunkel, die Eisränder jedoch glitzern im Mondlicht. Reduktionen auf Schwarz und Weiß.

Der Frost der vergangenen Tage hat bizarre Eisformationen geschaffen, Ebbe und Flut haben die kleinen Schollen zu wundersamen Gebilden aufgeworfen. Hört man nur genau hin, kann man ein ganz sachtes Scharren oder Klirren hören, wenn die Schollen im ablaufenden Wasser der kleinen Priele aneinander reiben. Die Landschaft liegt still und starr, wie erfroren im Mondlicht. Einzig Ebbe und Flut scheinen sich in dieser Landschaft noch zu bewegen und die Gegend atmet verhalten im ewigen Rhythmus der Gezeiten. Es sind faszinierende Bilder im Mondlicht und unter glitzerndem Firmament, die man sonst kaum anderswo sehen kann.

Einmal nicht nach vorn geschaut, und schon dem Vordermann in die Hacken gelaufen. Michael Beverungen macht genügend Pausen, damit man schauen kann und staunen. Und um zu zuhören, was er Spannendes erzählt. Je weiter man nach draußen kommt, desto kräftiger wird der eisige Wind. Wer im Winter hinausläuft, sollte sich tunlichst warm anziehen und einen Gesichtsschutz nicht vergessen. Dann wird einem auch nicht kalt bei den Pausen, dann kann man´s genießen. Diesen Ausflug ganz weit weg von dieser Welt.

Wir bleiben stehen, Michael Beverungen lenkt den Blick in den Himmel. Wer läuft, sollte möglichst auf seine Schritte achten, keinen Meter breit ist der Damm und uneben. Dann wieder nach oben schauen und still staunen. Die Sterne, so sehr viel mehr als sonst, funkeln und glitzern. Michael Beverungen zeigt den großen Wagen, ein Sternbild, das viele Leute am Firmament erkennen. Es ist eine kalte Nacht und die Gruppe fühlt sich allein wie auf hoher See. Orientierungslos nicht unbedingt – wenn man die Bilder da oben versteht. „Und wer findet den Polarstern“, fragt der Natur- und Landschaftsführer nach dem Stern zur Orientierung schlechthin. Da war was. Irgendwas mit fünffacher Verlängerung. Der Achse? Der beiden hinteren hellsten Sterne? So ähnlich. Mit seinem Laser-Beamer zeigt er auf den Polarstern, den bald jeder Teilnehmer wiederfinden wird. Und nun immer die Himmelsrichtung bestimmen kann – Polarstern ist Nord.

Inzwischen ist der Kleine Hund aufgegangen, mit Prokyon seinem hellsten Stern. Dieses Sternbild schiebt sich allmählich über den östlichen Horizont. Dort, wo die Windkraftanlagen von den Rotorblättern zerrissenes irres rotes Licht in die Nacht werfen – ganz ohne Licht-Verschmutzung geht es auch hier draußen nicht. Zu erkennen ist der Schimmer der Stadt Brunsbüttel und auf der anderen Seite der Elbe ganz deutlich Cuxhaven. Ein Schiff und die Erdölplattform Mittelplate draußen im Watt.

Trotzdem: Der Sternenhimmel funkelt hier wie selten gesehen und man muss in Deutschland lange suchen, um Plätze zu finden, an denen es ähnlich dunkel ist – oder sogar noch dunkler. Die Kombination mit dem Watt macht diese Location jedoch zu etwas Einmaligem. Hier draußen auf dem Trischendamm ist auch das milchige Band zu erkennen, das sich quer über den Himmel spannt – die Milchstraße. Und Gänsehaut gibt´s nicht nur wegen der Minusgrade allein. So faszinierend ist das.
Michael Beverungen erklärt die Sternbilder, zeigt einzelne Sterne, Sternenhaufen – Aldebaran und Andromeda. Man hat davon gehört. Aber hat man sie schon einmal gesehen? Außerhalb eines Planetariums? Lichtverschmutzung mag man als Nebensache abtun, falls man überhaupt schon einmal darüber nachgedacht hat. Hier aber wird deutlich, was man verpasst. Es ist faszinierend, hochzuschauen und ihm zu zuhören. Und: „Die Betrachtung des Sternenhimmels gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit!“ Es ist auch ein bisschen Philosophie. „Die Menschen vor zehntausend Jahren hatten keine Schrift, keine Bücher, keine Bilder – aber sie hatten die Sterne, aus denen sie die Konstellationen erfunden haben.“
Phantastisch, wenngleich noch immer keine Sternschnuppe zu sehen war. Wie oft reicht der Blick nach oben. Sternschnuppen gucken. Da! Da ist was! Ein langer, milchiger Schweif zieht sich über das Firmament. Und er verlischt gar nicht. Was nur wünschen? Michael Beverungen beruhigt: „Das ist nicht der Stern von Bethlehem, das ist der Kondensstreifen eines Flugzeuges, der im Mondlicht wie ein Komet leuchtet!“

Alles scheint hier draußen erfroren zu sein; so kalt wie der Weltraum selbst und für alle Ewigkeit statisch wie die Sterne. Doch bleiben wir stehen und hören hin: Plötzlich ein sanfter, melodischer Ruf, flötenhaft fast, so unglaublich unpassend in dieser harschen, erfrorenen Gegend – und vielleicht gibt es deshalb eine Gänsehaut.

Brachvögel werden das sein. Später ein fernes, fremdes Gelächter, und wieder jagt ein Schauer den Rücken hinunter, Eiderenten sind das womöglich. Austernfischer und Rotschenkel erkennt der Natur- und Landschaftsführer auch noch an den Vogelstimmen. Und plötzlich wieder etwas wie eine Sternschnuppe und ganz nah! Beverungen beruhigt wieder: „Das war ein Sanderling, der Vogel sah nur so aus wie eine Sternschnuppe als er durch das Mondlicht flog!“

Raum und Zeit scheinen sich hier draußen aufgelöst zu haben. Wir haben das Ende des Dammes erreicht, gute zwei Kilometer vom Deich entfernt. Daran, dass wir noch auf der Erde sind, erinnert das leise Plätschern des Wassers und das verhaltene Schnattern der Brandgänse von irgendwo. „Überlegt mal, wie weit die Sterne weg sind – tausende, wenn nicht Millionen Lichtjahre.“ Dieser Maßstab, die Einordnung, Wir in der Galaxie – man mag ganz still werden. Und staunen sowieso. Der Lichtkegel der Venus wird zerrissen und wirkt flüchtig, als das Wasser bewegt wird; unfassbar, unbegreiflich im wahren Wortsinn.
Der Abendstern hat sich dem Horizont gebeugt. Die Venus geht unter. Und Sirius – der hellste Fix-Stern am Nordhimmel – geht im Osten auf und weist uns den Weg zurück. Sirius im Sternbild Großer Hund. Einer von ganz, ganz vielen heute Nacht. SO viel Sternlein stehen, weißt Du!

Der Trischendamm
Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts wurde Friedrichskoog endgültig eingedeicht. Der Trischen-Damm wurde 1935/6 angelegt, um einen sich verlagernden Priel vom Deich fernzuhalten – der Altfelder-Priel wurde immer tiefer und kräftiger und er rückte gefährlich nahe an den Deich. Dem Land vorgelagert liegt die Insel Trischen. In der damaligen Zeit, den 1930er Jahren, sollte auch diese eingedeicht werden – und bei der Gelegenheit mittels eines Dammes mit dem Land verbunden werden. Auch, um den Altfelder Priel zu durchdämmen und ihm damit seine Kraft zu nehmen. Daraus wurde nichts. Heute führt der Damm nahe Friedrichskoog Spitze vom Deich zunächst geradeaus ins Watt, um dann nach rechts abzubiegen. Vom Land aus links gesehen, hat sich inzwischen eine Salzwiese gebildet. Die Krone ist mit nicht mal einem Meter Breite schmal. Zuletzt liegt der Damm im offenen Wattenmeer und stellt damit die einzige Möglichkeit dar, auch nachts weitestgehend sicher „ins Watt“ zu gehen. Der Zugang ist kostenfrei und nicht reglementiert. Gutes Schuhwerk und der Blick auf den Weg sorgen für einen sicheren Ausflug.

Die nächsten „Sterne über dem Wattenmeer“ –Termine mit Michael Beverungen finden statt am:

13.4.17                 21.30 Uhr
25.8.17                 21.30 Uhr
20.9.17                 20.30 Uhr
19.10.17               19.00 Uhr
27.12.17               17.00 Uhr

Weitere Informationen
Tourismus-Service Friedrichskoog
Koogstraße 141
25718 Nordseeheilbad Friedrichskoog-Spitze
Tel: +49 (4854) 904940
urlaub@friedrichskoog.de
www.friedrichskoog.de

Weitere Tipps und Anregungen für einen abwechslungsreichen und spannenden Urlaub am Weltnaturerbe Wattenmeer finden sich im nordsee Urlaubsplaner 2017, der unter www.nordseetourismus.de kostenlos bestellt werden kann.

Quelle: Nordsee-Tourismus-Service GmbH

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Nordsee – Gastgeber mit Herz

Remonstrantenkirche - Bild (c) Touristinformation Friedrichstadt

Remonstrantenkirche – Bild (c) Touristinformation Friedrichstadt

Weite Strände, grüne Deiche, blauer Himmel und leises Meeresrauschen – ist der Urlaubsort an der Küste einmal ausgesucht, so ist bereits der erste Schritt zum perfekten Urlaubsglück getan. Und so wie auf jeden Topf ein Deckel passt, so findet sich für jeden Urlaubsgast ein passender Gastgeber. Wer nicht selbst suchen mag oder nichts Passendes findet, der kontaktiert einfach die Touristinformation seines Wunsch-Urlaubsortes. Denn die Mitarbeiter in den Touristinformationen der Nordsee kennen viele Gastgeber persönlich und können wunderbar eine Unterkunft vermitteln. Eine Auswahl der vielen Gastgeber mit Herz an der Nordsee Schleswig-Holstein:

Friedrichstadt

Träumen in 800 Gästebetten in Hotels, Pensionen und der Jugendherberge. Wohlfühlen auf dem Campingplatz oder dem Wohnmobil-Stellplatz – das idyllische Friedrichstadt am Wasser ist längst nicht mehr nur das beschauliche Holländerstädtchen berühmt für seine Giebel, Grachten und Flußtouren auf Eider, Treene und für den klassischen Tagesausflug. Heute bleibt man!

Denn die Friedrichstädter machen ihre Grachtenstadt immer schöner und gemütlicher. Sie bieten mit viel Herz und Leidenschaft Wohlfühloasen für Übernachtungsgäste an. Wochenendausflügler, Urlauber, die eine oder zwei Wochen bleiben und Familienurlaub im Holländerstädtchen machen – das geht. Die Vermieter beherrschen das A & O der nordfriesischen Gastfreundschaft.

So auch Volker Stötzel – seine Ferienwohnungen heißen auch gleich „Friedrichs A & O“ und stehen stellvertretend für Friedrichstadts Gastgeber, die sich um das „A & O“ kümmern – ihre Gäste! Auch in der Prinzenstraße 27 im Stadthaus in der denkmalgeschützten Innenstadt ist der Name Programm. Die bedeutende Remonstrantenkirche der niederländischen Stadtgründer ist direkter Nachbar. Auch deshalb gibt sich Volker Stötzel mit seinem „A & O“ zwischen Grachten und geschichtsträchtigen Gemäuern große Mühe. Leidenschaft bis ins Detail. „Es gibt keinen Grund, dass Urlauber in Friedrichstadt nicht mindestens so gut und komfortabel wohnen wie zu Hause“, sagt der Privatvermieter und hat Platz geschaffen, tolle Farben gewählt, an die Gästekinder gedacht und in Bezug auf Einrichtung, Komfort und Technik nicht gespart. Für die Romantiker wurden sogar Kaminöfen installiert. Was steht auf der Webseite von „Friedrichs A & O“? „Kommen Sie ruhig mal ein bisschen näher…“. Genau. Und bleiben Sie mal ein paar Nächte oder länger!
Wollen Sie den Friedrichstädter Vermietern mit Herz auch näher kommen – die Tourist Information gibt gerne Auskunft über freie Quartiere in der Holländerstadt und bucht Gäste ein:

Tourismusverein Friedrichstadt und Umgebung e.V.
www.friedrich-stadt.de)

Husum

Die waschechte Husumerin und Nordfriesin Erika Goldschmidt ist seit 20 Jahren Gastgeberin mit Leidenschaft und Herz und kann sich eigentlich nichts Schöneres vorstellen, als zufriedene Urlaubsgäste, die in einer ihrer sechs 4-Sterne-Ferienwohungen oder dem neuen Ferienhaus einen entspannten und erlebnisreichen Nordseeurlaub verbringen. Erika Goldschmidts Verbundenheit mit Husum und der Nordsee fällt dem Gast dabei sofort ins Auge. Ihre in der gemütlichen Altstadt Husums gelegenen Ferienobjekte sind alle nach einer Novelle des berühmten Husumer Dichters Theodor Storm, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, benannt, Bilder, Bücher und Texte des Dichters sind überall präsent. Ihre Nähe zum Wattenmeer und der einzigartigen Naturlandschaft an der Nordsee Schleswig-Holstein bringt die stets fröhliche Husumerin durch ihre Nationalpark-Partnerschaft und mit der Nachhaltigkeits-Zertifizierung Viabono zum Ausdruck. „Die Besonderheit, das einzigartige UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer vor der eigenen Haustür zu haben, möchte ich auch für meine Gäste erlebbar machen,“ so Erika Goldschmidt. In jeder Wohnung liegt daher Informationsmaterial aus, mit dem sich die Urlaubsgäste über die Storm-Stadt, die Ferienregion Husumer Bucht und den Nationalpark Wattenmeer informieren können. Gerne steht Erika Goldschmidt ihren Gästen für Fragen und Tipps auch persönlich zur Verfügung. Dass sich ihre Gäste rundum wohl fühlen, ist ihr eine Herzensangelegenheit. So ist zum Beispiel ein Brötchen- und Zeitungsservice am Morgen oder der Transfer zum Bahnhof für sie eine Selbstverständlichkeit. Auf Wunsch füllt Erika Goldschmidt auch den Kühlschrank vor der Anreise, eine erste Getränke-Ration gehört zur Grundausstattung. Auch flauschige Bademäntel, Hausschuhe, ein kleiner Safe oder Gesellschaftsspiele gehören zum Wohlfühl-Service von Erika Goldschmidt.

Die Tourist Information Husum freut sich über viele Gastgeber-Persönlichkeiten wie Erika Goldschmidt in der Ferienregion Husumer Bucht und bietet einen kostenfreien Vermittlungsservice für eine Wunschunterkunft.

Weitere Informationen und Kontakt unter www.husum-tourismus.de.

Sylt

Fünf privat geführte Sylter Hotels arbeiten als Zusammenschluss der PRIVATHOTELS auf Sylt um Synergien zu bündeln und gemeinsam und achtsam neue Impulse zu setzen. Dazu gehört Respekt gegenüber der Natur, der insularen Tradition und der Inselhistorie. Die Philosophie hinter dem Slogan „Vielfalt erleben, Neues entdecken“ ist auch das Versprechen, die Destination Sylt sowohl für Gäste als auch für Mitarbeiter und Insulaner nachhaltig zu stärken und zu sichern. „Gemeinsam sind wir fünf Hoteliers, die mit Herz und Seele immer nah am Gast sind. Wir wollen unseren Gästen Sylter Tradition, Sylter Geschichte vermitteln und ihnen vielfältige Erlebnisse aus den Bereichen Golf, Kultur, Kulinarik und Wellness bieten“, erläutert Claas-Erik Johannsen, Inhaber des Benen-Diken-Hofs in Keitum.

Zu den besonderen Angeboten der PRIVATHOTELS SYLT gehören neben dem Golfturnier PRIVATOPEN im Mai und dem LITERATURWOCHENENDE im November auch die Aktion INSELFREUND.

Unter dem Titel „Inselfreund“ starten die Privathoteliers regelmäßig Aktionen, die Förderungswürdiges unterstützen, Not lindern, zukunftsweisende Projekte anschieben oder schlicht Notwendigkeiten mittragen.

Zum ersten Mal initiierte der Verbund im Juni 2016 einen Aktionsmonat zugunsten der „Stiftung Küstenschutz Sylt“. Dabei spendeten die Hoteliers für jede Übernachtung/Zimmer in ihrem Haus 2 Euro. Den ganzen Monat über, jede Nacht aufs Neue, in allen fünf Häusern. Und sie animieren ihre Gäste ebenfalls zum Nachmachen, Mitmachen, Draufzahlen, Spenden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.privathotels-sylt.de und auf www.sylt.de

Büsum

Zu Gast bei Freunden ist man im „Jess… am Meer“ im Nordsee-Heilbad Büsum. Das Team um den Gastgeber Marcus Jessen will mehr Zuhause sein als Hotel, mehr Freund als Gast. Mit einer Extra-Portion Herzlichkeit und einem echten Interesse an den Gästen, ihren Wünschen und Bedürfnissen. Wer Marcus Jessen trifft, merkt sofort, dass dieses Motto nicht nur Lippenbekenntnisse sind. Mit einem strahlenden Lächeln und weit ausgebreiteten Armen öffnet er den Gästen die Tür und lädt ein zu einem Aufenthalt in einem ganz besonderen Haus: Jess…am Meer wurde 2015 eröffnet und ist ein familiäres Frühstücks-Hotel mit 11 Zimmern im nordisch-maritimen Ambiente – zu Fuß ist es nicht weit bis zu den modernen, großzügigen Promenaden des Büsumer Deiches und der glitzernden Nordsee, die mit weitem Horizont und salzigem Wind lockt. Das man sich hier im Norden befindet, wird nicht nur während der Begrüßung deutlich: „Moin, herzlich willkommen im Jess… am Meer!“

Von der Sanddüne vor dem Haus bis zum hellen Holz und Naturmaterialien in Blau-, Grün-, Grau und Sandtönen in den Räumen – „Jess… am Meer“ begeistert mit einer modernen, maritimen Atmosphäre und qualitativ hochwertigen Angeboten für die Gäste. Einen ganz besonderen Wert hat Marcus Jessen zum Beispiel auf die Betten gelegt. Die wurden von einer Manufaktur aus Kiel, die bereits in zweiter Generation Qualitätsbetten herstellt, extra für das Jess… am Meer angefertigt und sind damit nicht nur besonders hochwertig, sondern auch „made in Norddeutschland“.

Die Möbel für Zimmer und Frühstücks- und Aufenthaltsräume wurden für jedes Zimmer individuell ausgewählt und angefertigt. Besonders begeistert das Familienzimmer, bei der sich die Schlafnische für die Eltern mit einer wunderschön verzierten Tür abtrennen lässt. Die Holztür stammt von einem Herrenhaus, einem sog. „adeligen Gut“, in Ost-Holstein und wurde zurückhaltend aufgearbeitet – so zeugen kleinen Macken und Dellen von der langen Geschichte der Türen. Auch die Tische im gemütlichen Frühstücksraum haben schon viel erlebt und wurden für den Einsatz im „Jess…am Meer“ liebevoll aufgearbeitet. Diese Mischung aus klarem, nordischen Stil und Möbelstücken voller Geschichten und Leben geben dem Haus eine besondere Atmosphäre.

Von der den Norddeutschen nachgesagten Kühle hält der Gastgeber nichts, wohl aber was von der norddeutschen Lässigkeit. Sauna gibt es, barrierefreies Zimmer gibt es, einen Schnack mit den Gästen sowieso. „Wie war der Tag? Lust auf ein Stückchen Kuchen?“ Die strahlend blauen Augen von Marcus Jessen blitzen in einem verschmitzten Lächeln auf – da kann man nicht nein sagen. Überhaupt kümmert sich der Gastgeber liebevoll um die Gäste: Ausflugstipps, spezielle Bedürfnisse beim Frühstück – Marcus Jessen versucht alles, um den Aufenthalt der Gäste besonders erholsam zu gestalten.

Der Weg zu den Zimmern führt vorbei an der Ahnengalerie, denn Marcus Jessens Familie ist eine altehrwürdige Büsumer Gastgeberfamilie, die schon seit mehr als 125 Jahren in Büsum Hotels baut und Gastgeber von Herzen sind. Alles begann mit dem Ur-Ur-Großvater Johannes, der im Jahre 1890 für seine Frau Marie und die gemeinsamen 12 Kinder das Hotel „Weißes Haus “ in Warwerort bei Büsum kaufte. Denn, so sagt er seiner Marie, „du sollst es ein bisschen einfacher haben!“ Die Bilder an der Wand führen durch fünf Generationen in die Gegenwart zu einem Gastgeber, der sich ganz besonders um seine Gäste bemüht und ihnen mit ehrlicher, herzlicher Gastfreundschaft begegnet.

Marcus Jessen: „Ich wollte hier wirklich etwas ganz besonderes schaffen: die besten Betten die ich finden kann, Möbel, die eine Geschichte haben – die Gäste sollen sich einfach wohl fühlen. Meine Gäste kommen mit einem Lächeln herein und tragen dieses Lächeln bis auf die Zimmer! So soll mein Haus sein: ein Ort, an dem wir alle zusammen kommen, uns austauschen und es uns gut gehen lassen. Dazu gehört neben einem tollen Haus auch das kulinarische Wohl: Morgens zum Frühstück gibt es für den Gast einen kleinen Gruß aus der Küche – Käsekuchen vom Chef. Und im Sommer natürlich jeden Nachmittag viele verschiedene Kuchen und Torten mit saisonalen Früchten, die man auch auf der Terrasse im Sonnenschein genießen kann. Lecker, oder?“ Sagt’s, grinst, und stellt schwungvoll den duftenden Kuchen auf den Tisch.

www.jess-am-meer.de und www.buesum.de

Tönning

Der Hof Fleudenberg ist ein bewirtschafteter Bauernhof wie aus dem Bilderbuch. Er besitzt alles, was sich ein Natururlauber von seiner „perfekten“ Unterkunft an der Küste erträumt. Er liegt auf der Nordseehalbinsel Eiderstedt kurz vor der historischen Hafenstadt Tönning, hat eine idyllische Bauernkaten-Architektur mit Reetdach und einen liebevollen Bauerngarten mit vielen Rückzugsmöglichkeiten.
Aber wer bei Maren und Helmut Hansen Urlaub macht erlebt viel mehr. Denn seine Gastgeberin ist eine absolute Kennerin und Liebhaberin regionaler Produkte und stellt diese auf Wunsch ihren Gästen vor: „Eiderstedt hat Biss“- der Name ist Programm.
Maren Hansen versteht sich als Botschafterin der Nordseehalbinsel Eiderstedt und stellt dies regelmäßig als Stadt- und Landführerin unter Beweis. Gerne geht sie auch mit ihren Gästen auf Entdeckungstour. Dies auch in Eiderstedter Tracht.
www.ferienhof-fleudenberg.de und www.toenning.de

Viele weitere Traumunterkünfte können auf www.nordseetourismus.de online gebucht werden. Weitere Tipps und Anregungen für einen abwechslungsreichen und spannenden Urlaub am Weltnaturerbe Wattenmeer finden sich im nordsee Urlaubsplaner 2017, der kostenlos auf dieser Internetseite bestellt werden kann.

Quelle: Nordsee Tourismus-Service GmbH

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Familienferien an der Nordsee – Dornumerland: Stressfreie Auszeit für Eltern und Kinder

Für den Nachwuchs gibt es im Dornumerland viel zu entdecken. Foto: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

Für den Nachwuchs gibt es im Dornumerland viel zu entdecken.
Foto: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

Seit einigen Jahren gibt es den Trend: Urlaub im eigenen Land wird bei den Bundesbürgern immer beliebter. Eine besonders schöne Ecke ist die niedersächsische Nordseeküste. Dort hat sich die kleine Urlaubsregion Dornumerland ganz auf entspannte Familienferien eingestellt. Wer jetzt bucht, hat noch die Chance, sein Lieblingsquartier zu ergattern und kann sogar ein paar Euro sparen.

Ferienaktionen für kleine Strandpiraten

Kinder erleben in den beschaulichen Hafenorten Dornumersiel und Neßmersiel die ganz große Freiheit. Kaum Verkehr, dafür weite Wiesen und grüne Deiche – ideal für ausgedehnte Entdeckertouren. Meistens sind Mama und Papa schon am zweiten Tag ziemlich abgemeldet, die “Lütten” ab vier Jahren treffen sich im DoroKidsClub oder machen den Spielpark “Sturmfrei” unsicher. Dort gibt es die ganze Saison über unterschiedliche Ferienaktionen für kleine Strandpiraten.

Spannend für die ganze Familie sind geführte Wattwanderungen hinüber zur Insel Baltrum, Ausflüge mit dem Krabbenkutter oder eine Radtour ins “Ewige Meer”, Deutschlands größter Hochmoorsee. Das Naturparadies lässt sich am besten über den Rundwanderweg aus Holzbohlen erkunden, auf dem sich gern Kreuzottern und kleine Eidechsen sonnen. Die 90 Hektar große Moorfläche lässt sich darauf trockenen Fußes durchwandern. Quiztafeln und Mitmachaktionen am Rand bringen auch den Erwachsenen Spaß. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Dornumerland (siehe unten). Gut zu wissen: Wer seinen Urlaub für Juni plant und direkt über die Website bucht, bekommt 20 Prozent Rabatt.

Mittelalterlicher Häuptlingssitz

Damit auch die Großen einen Gang zurückschalten können, haben sich die Dornumer etwas Besonderes einfallen lassen, das “Freilenzen”. Eine Mischung aus Freizeit und Faulenzen. Die Mitarbeiter der Tourist-Informationen machen auf Wunsch entspannte Vorschläge für kleine Auszeiten, bei denen man den Alltag vergisst. Zum Beispiel beim Picknick auf einer Glückskleewiese oder bei der ostfriesischen Teezeremonie. Empfehlenswert ist auch eine Inliner-Tour über die schnurgeraden, asphaltierten Wege, die parallel zum Deich verlaufen. Auch beim Bummel durch die “Hauptstadt” des Dornumerlandes, die “Herrlichkeit Dornum”, sind Stress und Hektik weit entfernt. Der mittelalterliche Häuptlingssitz mit seinem Wasserschloss und der Beningaburg atmet den Geist vergangener Zeiten. Mehr zum Dornumerland gibt es im Übrigen auch unter Ratgeberzentrale.de.

Neu auf dem Campingplatz am Nordseestrand sind Zirkus- oder "Pipo"-Wagen als Mietunterkünfte. Foto: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

Neu auf dem Campingplatz am Nordseestrand sind Zirkus- oder “Pipo”-Wagen als Mietunterkünfte.
Foto: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

Von Ferienhaus bis Zirkuswagen

Familien müssen nach einem passenden Urlaubsquartier nicht lange suchen. Vom kleinen Appartement bis zum großen Ferienhaus oder Bauernhof ist die Auswahl groß. Campingfans finden moderne Stellflächen direkt zwischen Meer und Salzwiesen. Ganz neu auf dem “Campingplatz am Nordseestrand” sind Zirkuswagen als Mietunterkünfte. Übrigens: Viele Gastgeber, auch Campingplätze, sind auf vierbeinige Besucher eingestellt. Es gibt außerdem einen Hundestrand und einen Fun-Agility-Park. Weitere Informationen findet man unter www.dornumerland.de.

Quelle: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

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Das Fest zum Ende des Winters – Biikebrennen

Biikebrennen auf Pellworm. Bild Copyright Kur - und Tourismusservice Pellworm

Biikebrennen auf Pellworm. Bild Copyright Kur – und Tourismusservice Pellworm

Mag das Wetter noch so grauslich sein: Am 21. Februar wird es im Lande der Nordfriesen urgemütlich, denn dann treiben sie alljährlich an ihrer Küste, auf den Inseln und Halligen mit gewaltigen Biikefeuern, mit Essen, Trinken und Tanzen den Winter aus.

Rund 50 Feuer brennen auf den Inseln und Halligen und dem nordfriesischen Festland an diesem Abend.

Die Biike (Sylter Friesisch das „Feuerzeichen“) geht bis auf heidnische Zeiten zurück und sollte zum Ende des Winters die bösen Geister vertreiben. Von diesem Ursprung hat sich bis heute teilweise in Nordfriesland der Brauch erhalten, eine Strohpuppe mit zu verbrennen. 2014 wurde das Biikebrennen in das nationale Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter aufgenommen.

Beim Biikebrennen, dem ältesten nordfriesischen Brauch, sind die Einheimischen bis heute mit Begeisterung dabei. Mancherorts sammeln die Konfirmanden schon Wochen vorher Holz und Reisig, aber auch in den friesischen Vereinen und in den Küchen geht es rund. Und wenn der riesige Holzstoß dann heruntergebrannt ist, treffen sich die Nordfriesen und ihre Gäste zum deftigen Grünkohlessen mit Kasseler und Schweinebacke, Teepunsch und Grog.

Viele Veranstaltungsorte des Biikebrennen 2017 finden sich auf http://www.nordseetourismus.de/biikebrennen-nordsee

Quelle: Nordseetourismus

Unterwegs zur Hallig Langeneß – im Winter

Die Durchquerung eines Prils (Copyright www.nordseetourismus.de)

Die Durchquerung eines Prils (Copyright www.nordseetourismus.de)

Der Morgen beginnt zaghaft und dann mit einem flammenden Orange; der Himmel in der winterlichen Dämmerung ist dramatisch. Die Wolken sind vom nächtlichen Ostwind zerrissen und stehen nun in Windstille von Horizont zu Horizont. Es scheint, als ob der Wind zum Anbruch des neuen Tages eine Atempause einlegt. Eine Schar Gänse fliegt vorüber, mit sehnsuchtsvollen Rufen. Die Nacht verschwindet im Westen mit einem bleiernen Grau, dort liegt das Watt; unergründlich, still. Menschenleer und gottverlassen; draußen die Kette der Hallig-Warften wie eine Illusion. Einsam im großen, weiten Nichts. Selbst die riesigen Vogelschwärme sind fortgezogen, weiter weg vom Winter.

Erste Sonnenstrahlen brechen durch und tasten zögerlich über das Watt, so als wollten selbst sie diese Ruhe nicht stören, dann greifen sie nach einer fernen Hallig. Und nun tauchen doch ein paar Leute auf; Atemwolken vor den Gesichtern und Gummistiefel im Gepäck, Thermosachen an und Mützen auf. „Hier in Schlüttsiel bleiben die Autos stehen und euer Gepäck stellt ihr bitte auf diesen Wagen hier, der geht gleich auf die Fähre nach Langeneß, eure Sachen sind nachher im Hotel auf der Hallig. Wir fahren jetzt mit dem Bus nach Dagebüll, von dort laufen wir los und morgen fahren wir mit der Fähre von Langeneß hierher nach Schlüttsiel zurück.“ Das sagt Bernd „Wattenloeper“ Dummer, er führt die Gruppe. Wattwanderungen im Winter haben auch etwas von einer kleinen Expedition; ins Ungewisse, ins Unbekannte, ins Phantastische, diese morgendliche Szene hatte ohnehin etwas Traumhaftes.

Dagebüll, am Deich. Watt und Himmel inzwischen in unentschiedenem, gleichgültigem Grau, Hochnebel hat sich gebildet. Zu unterscheiden nur durch einem schmalen, schwach rosafarbenen Streifen Horizont, auf der eine einsame Hallig schwebt. Fern, fremd, irreal. Eine Treppe führt hinab in das Wattenmeer, der Weg hinaus ins große, weite Nichts. Es ist diesig und unter dem Hochnebel liegt eine vollkommene Stille. An diesem Wintermorgen führt Bernd Dummer seine kleine Gruppe … – ja, wohin? In ein kaltes Niemandsland? In eine erfrorene Zwischenwelt; nicht mehr Land, noch nicht Meer? Nicht wenige Wattenläufer fragen sich an diesem Wintermorgen, was sie da draußen erwartet.

Himmelsfarben zum Beispiel: „Das Blau des Himmels ist bei klarem Himmel ein ganz anderes als im Sommer. Es scheint zu leuchten und die unterschiedlichen Blautöne, von strahlendem Hellblau bis leuchtendem Dunkelbau, findet man nur so im Winter“, verspricht Bernd Dummer; abwarten aufs Aufklaren. Und auch dies: „Die Weite im Wattenmeer scheint noch größer zu sein – sicherlich auch, weil niemand anderes unterwegs ist.“ Die Abwesenheit menschlichen Tuns und die Stille schaffen das Gefühl, in einem unendlichen Raum unterwegs zu sein.

Eine schöne Alleinsamkeit also, das ist gewiss. Zeit und Ruhe zum Entdecken; bei Wattwanderungen im Winter hat man diese Wildnis für sich allein – ungestört und ganz weit weg vom Rest der Welt. Und wenn Ebbe und Flut im ewigen Rhythmus der Gezeiten während strengem Frost Eisscholle um Eisscholle gestapelt haben, dann wird dies ein Spaziergang in arktischer Faszination. Nicht jeden Winter gibt es einen – im wahren Wortsinn – Eis-„Gang“, aber eine Wattwanderung im Winter ist ein besonderes Erlebnis. So oder so. Denn: „Bei schönem Wetter ist die Luft so unglaublich erfrischend. Und sollte es einmal feucht und windig sein und das Ende der Tour einfach nicht kommen, so ist die Ankunft auf der Hallig umso schöner. Durch den Kontrast scheint es später in der warmen Gaststube noch gemütlicher – auch durch das gerade gemeinsam Erlebte“, sagt Bernd Dummer.

Die kleine Gruppe, die meisten der Teilnehmer sind erfahrene Wattwanderer und einige mit Wintererfahrung, läuft der Nordsee hinterher. Bernd Dummer plant die Wattwanderung so, dass „…wir auch bei hohem Wasserstand möglichst günstig durch den großen Priel kommen – denn da müssen wir nachher durch!“ Nachher, dass ist kurz vor der Hallig Langeneß. Die Tour führt von Dagebüll vorbei an der Hallig Oland, die linkerhand die Gruppe auf der gesamten Tour als Wegmarke und Silhouette begleitet, zum östlichen Ende der langestreckten Hallig. Steten Schrittes verlässt die Gruppe das Festlandsufer und taucht ein in den großen, leeren Raum, der so seltsam verlassen unter einer fahlen Morgensonne liegt.

Während im Sommer mancherorts hunderte von Leuten im Watt unterwegs sind, ist die Zahl der Wanderer im Winter auf ein Minimum beschränkt; die Gruppen sind klein und man hat nun das Gefühl, wirklich allein unterwegs zu sein. Auch dies macht die Faszination einer Wattwanderung im Winter aus; die Exklusivität. „Weil wir so wenige sind, wird es gelegentlich ganz von alleine still. Dabei nimmt man unbewusst die Weite und die Naturgeräusche um sich herum wahr. Seien es Vögel, der Wind oder einfach nur die Stille“, hat Bernd vor der Tour versprochen. Wohl wahr: Man geht nebeneinander und kommt dann und wann ins Gespräch … oder man geht einfach nur mal so für sich – genießt die Umgebung oder hängt seinen Gedanken nach. Eben ohne den nächsten Nachbarn in unmittelbarer Hör- und Reichweite (und genau deswegen ist das später folgende abendliche Beisammensein mit Grünkohl und Musik noch ´mal so schön).
Die Tour von Dagebüll quer rüber nach Langeneß führt über sehr gut zu laufendes Sandwatt, bis auf eine Strecke von 20, 30 Meter reichen dafür normale Gummistiefel aus. Wie wir das mit dem Priel erledigen, sehen wir gleich. Es ist an diesem Morgen bislang auch völlig windstill. Auf der ebenen Wattfläche steht noch immer eine Handbreit Wasser und diese wirkt wie ein riesiger Spiegel; grau und glatt von Horizont zu Horizont. Wo die Schritte in das Wasser schlagen, zerreißen die Wellen den Schatten der Läufer zu einem bizarren Zerrbild.

Bernd nimmt einmal mit dem Kompass Maß und geht an Oland vorbei in südwestliche Richtung auf die Hallig Langeneß zu. Immer weiter driftet die Gruppe vom Festland ab und verliert allmählich den Bezug dazu; im Osten begrenzt der Lorendamm diese Wattfläche im Nordwesten strömt die gewaltige Norderaue – einer der größten Priele im Watt. Eisgrau der Himmel und es reicht nach Schnee. Aber bald schon lösen sich die Wolken auf und verschwinden wie Nichts und die Farbpalette ändert sich mit stetig stärker strömenden Lichts von sanften, pastelligen Rot- und Orangetönen, zu eiskaltem Blau; von diffuser Dämmerung zu kristallklarer Reinheit. Dieses Licht lässt eine Schar Enten, die entfernt auf einer Sandbank sitzt, magisch aufleuchten, so als würden sie von Innen strahlen.

Nun flutet dieses typische Licht aus dem Himmel, das es nur im Norden gibt. Hier und heute ist es besonders klar und rein; strömend und strahlend, kalt wie aus dem Weltraum. Auch die Luft ist frisch, erfrischend für Körper und Geist, ebenfalls rein wie ein Kristall. Die Kameradschaft, auch das fällt schnell auf, ist eine ganz andere als sonst; angenehmer und schöner. Ein unausgesprochener Zusammenhalt, schließlich wird man über Nacht bleiben und nachher noch zusammensitzen. „Wir ticken hier doch auf gleicher Wellenlänge“, sagt einer; wohl war.

Etwa zwei Stunden nach dem Start hat die Gruppe den Priel erreicht, er trennt die Wattfläche von Langeneß von der des Festlandes, noch immer strömt das Wasser der Nordsee hinterher. Bernd, wie immer vorneweg, geht vorsichtig und Schritt um Schritt in diesen „Fluss des Meeres“, testet die Tiefe. „Das Watt unterliegt einer unglaublichen Dynamik, du weißt nie ganz genau, wie sich der Priel verändert hat – das kann innerhalb weniger Wochen ganz anders sein“, sagt er. Und kehrt um, auch der größte Mann in der Gruppe, zwei, drei Leute sind Bernd gefolgt, kommt zurück – zu tief, die Gummistiefel würden beim nächsten Schritt volllaufen.

Dabei ist das gegenseitige Ufer zum Greifen nah. Bernd holt aus seinem Rucksack eine Rolle großer, blauer Mülltüten – und gibt jedem Teilnehmer zwei Stück. Mülltüten? Ja, klar! „Davon zieht Ihr euch jetzt über jedes Bein eine. Für die zwanzig, dreißig Meter durch den Priel reicht das aus!“ Wir stützen uns gegenseitig ab, lassen die Tüten vom – inzwischen aufgekommenen Wind – aufpusten und ziehen sie uns über die Gummistiefel, ziehen sie hoch. Stolpern und staksen dann in den Priel. Der unheimliche Sog des Wassers drückt auf Tüte und Bein, ein merkwürdiges Gefühl.
Die Hallig Langeneß ist jetzt schon klar zu erkennen, weit ist es nicht mehr. die Strecke läuft Bernd zu Beginn einer jeden Wintersaison nochmals ab und ermittelt die beste Route – diesmal, wo der Lorendamm auf die Hallig trifft. Dorthin wollen auch wir. Nun ändert sich der Untergrund abermals: Die einstige zusammenhängende und völlig ebene Fläche weicht einer wilden Abfolge von Sandbänken, Seen und Prielen. Dann plötzlich versinken die Stiefel in tiefem Schlick – und es riecht nicht. Hier wird ein weiterer Aspekt einer winterlichen Wattwanderung deutlich: Die Luft ist immer frisch. Das klärt den Kopf, erfrischt den Geist. Räumt auf und macht Platz für Eindruck, Erlebnis und Erfahrung. Und gleich gibt´s Grünkohl.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Wintertour zur Hallig Langeneß bei Bernd Dummer; Tel: 0461-992 7681,Email: bernd.wattenloeper@web.de

Die nächsten Termine für die Wattwanderung zur Hallig Langeneß mit Übernachtung und Grünkohlessen satt/Rückfahrt mit dem Schiff finden statt am:

Samstag, 07. Januar bis Sonntag, 08. Januar 2017
Samstag, 21. Januar bis Sonntag, 22. Januar 2017
Samstag, 04. Februar bis Sonntag, 05. Februar 2017
(genaues Programm/Preise auf Anfrage)

Informationen zur Hallig Oland und Hallig Langeneß auf www.langeness.de

Weitere Tipps für unterhaltsame und besondere Wattwanderungen unter www.nordsee-natuerlebnis.de und auf www.nordseetourismus.de.

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Quelle: Nordseetourismus

Zirkuswagen statt Wohnmobil – Camping: In Ostfriesland finden Nordseefans Ferienunterkünfte mit Meerblick

Urgemütlich: Die Schäferwagen von Dornumersiel sind bei Urlaubern sehr beliebt. Foto: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

Urgemütlich: Die Schäferwagen von Dornumersiel sind bei Urlaubern sehr beliebt.
Foto: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

Eine kurze Auszeit zu zweit, mitten im Grünen, ganz dicht an der Nordsee und ohne viel Gepäck – wer bei diesem Gedanken in Ferienlaune gerät, ist an der Küste Ostfrieslands goldrichtig. Denn dort, im Dornumerland, warten auf Campingfans ganz besondere Unterkünfte: gemütlich-nostalgische Wagen aus Holz, wie sie früher Schäfern als Schlafstatt dienten. Außerdem urige Zirkuswagen, die genug Komfort bieten, um dem Alltag für ein paar Tage ganz entspannt zu entfliehen.

Camping in der ersten Reihe

Der “Campingplatz am Nordseestrand” in Dornumersiel gehört zu den schönsten an der Küste, denn er liegt direkt am Meer, eingebettet zwischen Deich und Wiesen. Neben großzügigen Flächen für Wohnwagen und Zelte stehen dort seit kurzem mehrere Schäfer- und Pipo-Wagen als Mietunterkünfte bereit. “Wir sind ganz überrascht, dass die Wagen so gut ankommen”, sagt Marlene Heyken vom Tourismuszentrum der Gemeinde Dornum. “Die Gäste sind hin und weg von den nostalgischen Schlafplätzen mitten in der Natur.” In den kleineren Schäferwagen werden Sitzbänke und Tisch am Abend zum Bett umgebaut, es gibt eine kleine Teeküche, einen Kleiderschrank und eine eigene Terrasse. Die Pipo-Wagen sind größer und komfortabler mit Doppelbett und separatem WC. Durch eine Doppelflügeltür gelangt man in den großzügigen Wohnraum mit Sofa, Tisch und Stühlen. Auch Küchenblock, Spüle und Kochfelder sind vorhanden. “Gerade bei gutem Wetter lohnt es sich, den Grill einzupacken und auf der Terrasse zu brutzeln”, weiß Marlene Heyken. Wer mehr Platz zum Kochen möchte, nutzt einfach die moderne Küche in den Gemeinschafträumen des Campingplatzes. Weitere Informationen rund um die besonderen Unterkünfte gibt es unter www.campingplatz-am-nordseestrand.de

Die Region entspannt erkunden

Der Strand liegt zwar buchstäblich vor der Haustür, es lohnt sich aber auch, den Kurzurlaub für einen Ausflug ins Binnenland zu nutzen, etwa in die mittelalterliche Stadt Dornum, in das Naturschutzgebiet “Ewiges Meer” oder zu einer der Mühlen der Region. Wer vom Meer nicht genug bekommen kann, setzt für einen Tagestrip über auf die Inseln Baltrum oder Langeoog, macht eine Wattwanderung oder geht auf Watt’n-Safari mit dem Kutter. Weitere Tipps zu Ausflügen und Unterkünften hat das Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de unter www.rgz24.de/Camping-Nordsee zusammengefasst.

Frühbucher können kräftig sparen

Nordseeurlauber können sich für den Sommer 2017 schon jetzt einen Rabatt von 20 Prozent sichern. Die Voraussetzungen dafür sind, dass über die Website dornumerland.de gebucht wird und die Reise im Juni stattfindet. Gerade Familien, die noch nicht auf die Schulferien angewiesen sind, können an der Küste zwischen Dornumersiel und Nessmersiel sowie im Holtriemer Land auf diese Weise ein echtes Schnäppchen machen.

Quelle: djd/Tourismus GmbH Gemeinde Dornum

AUSGEZEICHNET! Das Wattenmeer ist das schönste Naturgebiet der Niederlande

Holländische Dünen. Bild: © Staatsbosbeheer

Holländische Dünen. Bild: © Staatsbosbeheer

Seit dem 31. Oktober steht offiziell fest: Das niederländische Wattenmeer ist das »Schönste Naturgebiet der Niederlande«. Bei einer landesweiten Abstimmung machte der nieder-ländische Teil des Wattenmeeres das Rennen vor dem Nationalpark De Hoge Veluwe bei Arnhem und dem südholländischen Nationalpark Hollandse Duinen (Holländi-sche Dünen). Von den abgegebenen knapp 88.000 Stimmen entfielen rund 15.000 auf das Watt – das waren mit Abstand die meisten!

Vom 10. bis zum 31. Oktober um 13 Uhr war die niederländische Öffentlichkeit aufgefordert, für ihren Favoriten abzustimmen. Zu den 13 nominierten Naturgebieten gehörten unter anderem der National-park Oosterschelde in Zeeland, das friesische Süßwasser-Sumpfgebiet Weerribben-Wieden und die karibische Vulkaninsel Saba. Mit dieser Wahl möchte das Kabinett die niederländische Natur für in- und ausländische Besucher attraktiver machen. Jeder Gewinner erhält vom Wirtschaftsministerium einen Betrag in Höhe von 300.000 Euro.

Das Wattenmeer – the place to be
Staatssekretär Martijn van Dam (Wirtschaftsministerium) und Professor Pieter van Vollenhoven (Meeresökologe) gaben das Ergebnis der Wahl am Abend des 31. Oktober bekannt. Die Naturgebiete müssten sich über die Grenzen hinaus zu nationalen Ikonen entwickeln, wie es Amsterdam, Hollands Tulpen und das Rijksmuseum bereits seien, so der Wunsch Van Dams. Lindeboom fügte schmunzelnd hinzu: „Die Zugvögel dieser Welt wissen schon seit Jahrhunderten, dass das Wattenmeer ,the place to be’ ist!“

Mit dieser Auszeichnung steht das holländische Wattenmeer – von der Festlandsküste bis zu den fünf Inseln – nun ganz oben auf der Liste von Naturgebieten der Weltklasse. Das Gebiet umfasst insgesamt 40 Prozent der Oberfläche der Niederlande. Mehr als sechs Millionen Vögel überwintern oder brüten hier jährlich. Sie nutzen das Watt als Zwischenstation zur Nahrungsaufnahme auf ihrem Zug gen Süden – für sie ist das Wattenmeer überlebensnotwendig. Und auch rund 15.000 Seehunden bietet es einen Schutzraum. Nicht umsonst nahm das UNESCO-Welterbekomitee das Watt vom dänischen Esbjerg bis zum holländischen Den Helder im Jahr 2009 in die Liste des Kultur- und Naturerbes auf.

Das Wattenmeer – eine beispiellose Wildnis
Das holländische Wattenmeer hat Besuchern viel zu bieten. Knapp drei Millionen ausländische Touristen – vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Flandern – besuchten das größte Naturgebiet der Niederlande im vergangenen Jahr. Unter dem Einfluss von Ebbe und Flut verändern sich Natur und Landschaft beständig und dem Besucher präsentiert sich stets ein neues, attraktives Bild: Die außergewöhnliche Natur der Wadden ist weltweit einzigartig.

Das Preisgeld soll insbesondere in Maßnahmen zum Schutz der Natur, zur Naturerziehung beispielsweise für Schulen und zum Ausbau von Erholungsangeboten angelegt werden. Zusätzlich sind landesweite und internationale Marketingkampagnen geplant.

Das Wattenmeer – ein geschützter Raum für alle
Besucher des Wattenmeeres sollen für das Wattengebiet sensibilisiert werden, bestehende Konzepte ausgebaut und neue umgesetzt werden. Ein schönes Beispiel für ein naturnahes Projekt ist etwa „Ruhe für Vögel, Raum für Menschen“, in dessen Rahmen Vogelwärter mit Wattenmeer-Liebhabern (meist nicht frei zugängliche) Orte besuchen, an denen Vögel brüten und Seehunde ihre Ruheplätze haben. Geplant ist auch ein Film à la „Die neue Wildnis“ von Ruben Smit; der Naturfilmer und Ökologe arbeitet bereits mit Hochdruck am Wattenmeer-Thema.

„Der Preis birgt auch einen Auftrag für uns alle“, so Professor Han Lindeboom, „sorgt gut für die Natur, damit wir uns alle weiterhin an ihr erfreuen können.“

Quelle: Niederländisches Büro für Tourismus und Convention

Nordsee: Kleine Museen als große Geheimtipps

Tischlerei Museum Friedrichstadt - Bild Copyright Touristinformation Friedrichstadt

Tischlerei Museum Friedrichstadt – Bild Copyright Touristinformation Friedrichstadt

Das Nolde Museum in Seebüll, die hochkarätige Gemäldesammlung im renommierten Museum Kunst der Westküste oder das Schiffahrtsmuseum in Husum – gut drei Dutzend Museen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste zeigen das Leben und Schaffen in einer fast vergessenen Zeit. Der Blick fällt auf eine feine Auswahl kleinerer Einrichtungen:

Stilecht Geschichte am Hafen erleben

Einen Einblick in den Alltag der Küstenfischer, in die Krabbenverarbeitung und in die Anfänge des Tourismus erleben Besucher im museum am meer. Das kleine Museum am Büsumer Hafen ist viel Liebe zum Detail entwickelt wurden und zeigt sogar einen Einblick in die gegenwärtige Verarbeitung von Krabben. Denn direkt aus den Fernstern des Museums blicken Besucher auf den Betrieb einer modernen Krabbensiebanlage.

www.muesum-am-meer.de

Im Feuerwehrmuseum von Keitum/Sylt

Im ehemaligen Feuerwehr-Spritzenhaus in der C.P.-Hansen-Allee, gegenüber der Feuerwache Keitum, findet man das Feuerwehrmuseum, das kleinste Museum der Insel Sylt. Auf rund 60 Quadratmetern Ausstellungsfläche dokumentieren seit 1998 alte Uniformen, Helme, Fotos und Ausrüstungsgegenstände, wie historische Löschgeräte, ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte der Feuerwehren Archsum, Keitum, Morsum und Tinnum. Altgediente Feuerwehrmänner übernehmen in der Ausstellung die Rolle der Museumsführer und erklären Wissenswertes über die Arbeit eines Mitglieds der Freiwilligen Feuerwehr, die Gefahren und mögliche Brandrisiken. Der Eintritt inklusive einer kleinen individuellen Führung ist frei. Die Freiwilligen Feuerwehren des Sylter Ostens und deren freiwillige Helfer im Feuerwehrmuseum freuen sich jedoch über eine kleine Spende für die Weiterführung ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

www.insel-sylt.de

Föhr – Kunst und Kulturinsel

Auf der Insel Föhr ist das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum in Wyk auf Föhr mit seinen beiden mächtigen Walkieferknochen am Eingang eine Institution – und das schon seit über einhundert Jahren. Neben einer umfangreichen Walfang- und Seefahrtsabteilung, begeistert die kulturgeschichtliche Ausstellung des Museums mit prachtvollen Föhringer Trachten. Der Freilichtmuseumskomplex hat eine Größe von rund 10.000qm, im Haus Olesen trauen die Föhrer Standesbeamten in einem historischem Ambiente, anschließend wird im Winter Glühwein gereicht.

Alle Museen auf der Insel Föhr www.foehr.de/museen

Ein literarisches Erlebnis in Husum

Theodor Strom ist der wohl berühmteste Sohn der Stadt Husum. Am 14. September 2017 jährt sich der Geburtstag des Dichters Theodor Storm zum 200. Mal. Mit Festprogramm, Theaterprojekt, Tagung und weiteren Veranstaltungen wird das Jubiläum in seiner Heimatstadt Husum gebührend gefeiert. Sehenswert ist das Storm-Haus in der Wasserreihe 31, es ist das Haus, das der Dichter 1866–1880 bewohnt hat. Das Kaufmannshaus mit 14 Zimmern stammt aus dem Jahre 1730. Das Treppenhaus, die Flure, Decken und Türen sind original aus dieser Zeit. Seit 2006 ist das Storm-Haus nicht nur Sitz der Storm-Gesellschaft, sondern auch des Storm-Archivs, Anlaufstelle für Literaturforscher, die Schriften und kostbare Werkausgaben studieren möchten.

Infos zu Theodor Storm in Husum: www.storm-gesellschaft.de

Pellworm – Inselgeschichte zum anfassen

Der sagenhafte Ort Rungholt ist Gegenstand des gleichnamigen Museums auf Pellworm. Die Hafenstadt wurde im 14. Jahrhundert von einer großen Flut zerstört und ging unter. Im Watt wurden und werden immer wieder kulturhistorisch wertvolle Gegenstände gefunden, die aus dieser alten Kultur stammen. So finden sich hier Becher, Krüge, eine alte Kuchenmulde in Hummerform sowie der Teil einer Kirchenglocke. Der Museumsleiter und Hobby-Archäologe Helmut Bahnsen führt das kleine private Rungholt-Museum und weiß zahlreiche fesselnde Geschichten über die damalige Zeit, die Lebensweise der Menschen und die untergegangenen Siedlungen zu erzählen. Zudem leitet er Wattwanderungen, die zu den Highlights für kulturell und geschichtlich interessierte Inselbesucher zählen.

www.insel-museum.de

Geschichte Dithmarschens im Burger Museum

In der ehemaligen Sattlerei in Burg (Dithmarschen) befindet sich ein kleines Museum, was sehr anschaulich und spannend die Kulturgeschichte Dithmarschens präsentiert.

Unter dem Motto „Zwei Jahrhunderte live in einem Haus“ befindet sich eine komplette historische Landapotheke, ein lebender Kolonialwarenladen, eine Uhrmacher-Werkstatt mit Laden und tickenden Uhren, die Burger Schifffahrt mit einer echten Kajüte und 14 authentischen Modellen, die alte Sattlerwerkstatt, eine Zahnarztpraxis, eine Schuhmacherei und ein Frisörsalon im Museum. Bei der 90-minütigen Führung begibt man sich auf eine packende Zeitreise.

Infos zum Burger Museum: www.burger-museum.de

Eiderstedter Kulturgeschichte

Das Museum der Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording ist das Langzeitgedächtnis der Halbinsel – und ein idealer Ort, um eine Reise zu beginnen. Anhand ausgewählter historischer Objekte – von der ersten Besiedlung bis zur heutigen Zeit – wird die Geschichte Eiderstedts anschaulich dargestellt. Diese früher vom Meer zerrissene Landschaft entstand vor rund 800 Jahren mit der Eindeichung und Verbindung dreier Inseln (St. Peter-Ording lag auf einer solchen) sowie einer bereits damals existierenden Halbinsel mit dem Festland. Im 16. Jahrhundert wanderten Siedler aus den Niederlanden ein und brachten neben der Tracht vor allem neue Ideen in der Landwirtschaft sowie verbesserte Methoden des Deichbaus mit.

www.museum-landschaft-eiderstedt.de

Oldtimer im hohen Norden Nordfrieslands

Eine kleine sorgsam ausgewählte Ausstellung klassischer Automobile, sowie Zweiräder, davon viele Vorkriegsmodelle zeigt das Automobilmuseum Hansen. Mehr als 40 Fahrzeuge sowie viele Informationen zu den Zeitzeugen erwarten die Besucher in Bredstedt, nördlich von Husum.

www.oldtimermuseum-hansen.de

Museen in der Grachtenstadt Friedrichstadt

Das Museum „Alte Münze“

Das Stadtmuseum ist in einem der schönsten Gebäude in der Holländerstadt untergebracht. Denn bevor 1995 das Stadtmuseum einzog, wurde der Bau als Kirche, Bibliothek und Touristeninformation genutzt. Die modern und lebendig gestaltete Ausstellung entführt den Betrachter in die fast 400jährige bewegte Geschichte Friedrichstadts. Themen wie die Stadtgründung, das Alltagsleben der Friedrichstädter und die religiöse Vielfalt, die die Stadt geprägt hat, ziehen den Betrachter auf drei Etagen in den Bann. Als ein besonderes Highlight ist auch ein Blick in das Gotteshaus der kleinsten Friedrichstädter Glaubensgemeinschaft, die Mennonitenkirche, möglich.

Tischlereimuseum

Ein weiteres Highlight unter den kleinsten Museen ist das Friedrichstädter Tischlereimuseum. Obwohl nur saisonal geöffnet, nimmt es den Besucher mit auf eine Reise in die Zeit unserer Ur-(ur-)großväter und zeigt anschaulich in der original erhaltenen Werkstatt wie das Tischlerhandwerk in dieser Zeit funktionierte. Anhand historischer Werkzeuge und Maschinen gewinnt der Besucher einen spannenden Eindruck in das traditionsreiche Handwerk.

www.friedrichstadt.de.

Weitere Museen sowie Kunst- und Kulturtipps entlang der Nordsee Schleswig-Holstein unter www.museen-nord.de und www.nordseetourismus.de/kultur-staedtereisen.

Quelle: Nordsee-Tourismus-Service GmbH

Seeräuber-Geschichten und Politmorde an der Nordsee

Grabstein auf Föhr. Bild  (c) www.nordseetourismus.de

Grabstein auf Föhr. Bild (c) www.nordseetourismus.de

Herbststürme jagten über die Inseln und die Westküste. Endlos und unergründlich verliert sich die See nach dem Sturm in Gleichmut bis zum Horizont. Dort hinaus fuhren sie früher, um ihr Glück zu suchen – manche kamen wieder und zu Reichtum, andere starben im ewigen Eis oder an tropischem Fieber. Um die Türme der alten Kirchen auf Amrum und auf Föhr heult der Wind, zerrt an den kahlen Kronen der Kastanien auf dem Friedhof von Lunden in Dithmarschen. Novemberwetter; und Zeit zum Erzählen – auf manchen Friedhöfen stehen Steine, die Geschichten erzählen und auch von denen, die einst Geschichte machten. Eine besondere Entdeckungsreise. Von Seeräuber-Geschichten in 1001 Nacht und Politmorden in der Provinz.

Kapitänsgeschichten auf dem Friedhof von Nebel auf Amrum

Der Friedhof der St. Clemens Kirche in Nebel auf Amrum ist einer der außergewöhnlichsten in Deutschland – hier stehen mehr als 150 Grabsteine, die Geschichten erzählen. Lebensgeschichten. Und die wohl verrückteste dieses steinernen Geschichtsbuches ist die von Hark Olufs. Und hier steht sein Stein: Mit eingemeißelter Krone und Schwert, mit Köcher, Pfeil und Bogen, mit Trompeten und ganzem Lebenslauf: „(…) bald darauf in sein jungen Jahren von den türkischen Seeräubern zu Algier ist er anno 1724 (…) gefangen genommen worden. In solcher Gefangenschaft aber hat er dem türkischen Bey zu Constantine (…) elf und ein viertel Jahr gedient. Bis ihm endlich dieser Bey anno 1735, den 31. Oktober, aus Gewogenheit zu ihm seine Freiheit geschenket, da er denn das folgende Jahr darauf anno 1736, den 25. April glücklich wieder (…) auf seinem Vaterland angelanget ist. Und sich also anno 1737 in den Stande der heiligen Ehe begeben mit Antje Harken.(…)“
Geboren wurde Hark Olufs im Sommer 1708 in Süddorf. 1721 wurde er Matrose, drei Jahre später im Ärmelkanal von Seeräubern gefangen genommen und mitsamt Schiff und Mannschaft nach Algier verschleppt. Hark Olufs wurde auf dem Markt von Algier verkauft und landete beim Bey von Constantine, dem Statthalter dieser damaligen osmanischen Provinz. Dort bewährte sich der junge Mann und stieg zum Oberbefehlshaber einer Militäreinheit auf. Olufs fügte sich und konvertierte sogar zum Islam. 1735 wurde Hark Olufs von seinem Bey, wohl auch als Dank für seine militärischen Verdienste, freigelassen und kehrte ein Jahr später nach Amrum zurück. Dort begegnete ihm, dem Wohlhabenden und Muslim, nicht nur Freude, sondern auch Misstrauen. Erst nach Rekonvertierung zum Christentum, Konfirmation und Heirat kehrte er endgültig in die Gemeinschaft der Insulaner zurück. Olufs starb im Alter von nur 46 Jahren.

Wer sich, wie die Kapitäne und deren Familien, diese Grabsteine (bis zwei Meter hoch und oft eine Tonne schwer) leisten konnte, hatte etwas aus seinem Leben zu berichten. Und war wohlhabend, denn: „Das Material wurde aus dem Weserbergland herbeigeschafft und die bildlichen Darstellungen sind manchmal derart aufwendig und detailreich, dass die Anfertigung ein Vermögen gekostet haben muss“, so Inselpastor Georg Hildebrandt. Angefertigt wurden diese zumeist zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert.

Ab dem Jahr 2009 wurden die Steine restauriert. „Einige Grabsteine standen jahrzehntelang einfach an die Friedhofsmauer gelehnt, andere waren gar zerbrochen. Nun ist der größte Teil aufgefrischt und steht nach Familien sortiert wie eine Allee auf dem Kirchhof von St. Clemens in Nebel. Wer den Friedhof betritt, findet sie auf der linken Seite“, erklärt Georg Hildebrandt. Man kann hier viel Zeit verbringen, und sich die Geschichten auf den restaurierten Steinen anschauen und sie auch viel besser lesen: „Die Inschriften sind nach der Restaurierung wesentlich plastischer – und manche Grabsteine sind mit einem QR-Code versehen, sodass Sie den Text über Ihr Mobiltelefon lesen können“, sagt Georg Hildebrandt.

Infos zu Amrum
www.amrum.de/aktuelles/veranstaltungen
www.amrum-kirche.de (mit Erklärung der Steine)
• Tel. Kirchenbüro St. Clemens / Nebel 0 46 82 – 2389

Föhr und die Geschichte vom glücklichen Matthias

Das Gräberfeld auf dem Friedhof von Süderende auf Föhr. Der Wind heult um den Turm von St. Laurentii, zerrt an den Zweigen und schiebt dunkle Wolken vorüber. Novemberwetter und auf dem Feld endloser Ruhe liegen auch hier diejenigen begraben, die etwas zu erzählen haben – mag das Leben endlich sein, ihre Geschichten sind unsterblich. Zumindest so lange, wie der Sandstein hält, auf dem sie geschrieben stehen. Bis zu zwei Meter hoch und tonnenschwer zeugen auch auf Föhr Grabplatten vom Leben und Wirken berühmter und weniger berühmter Bürger. „…und ein berühmter Mann war der glückliche Matthias“, sagt Ralf Brodersen, der Mann aus Süderende, der die Geschichten hier kennt wie kaum ein zweiter, „kommen Sie mal mit, ich zeig´ Ihnen den Stein.“ Und erzählt dann auch gleich vom glücklichen Matthias. Der wurde 1632 auf Föhr geboren.
Wie viele andere Männer von den Inseln und Halligen suchte auch Matthias Petersen sein Glück auf See, denn an Land gab es kaum Möglichkeiten für ein Auskommen. „In Süderende hatte Richardus Petri, der Pastor von St. Laurentii, eine Navigationsschule eingerichtet; hier erhielt Matthias Petersen seine seemännische Ausbildung. Bereits als 20jähriger hatte er das Kommando über ein Walfangschiff”, erzählt Ralf Brodersen. Die Schiffe fuhren unter holländischer Flagge in das Nordmeer, hinauf bis Grönland und Spitzbergen. Es war eine meist riskante Reise in dieser wilden Welt – um dort Wale zu jagen, begehrt war seinerzeit der Tran als Lampenöl. Man konnte sein Glück machen, doch mancher kehrte nicht zurück. Wie viele Föhrer Familien blickten im Herbst bang auf die See und erwarteten die Rückkehr ihrer Männer und Väter? Petersens hatten mit Matthias gutes Glück:

„Matthias fuhr zu einer Zeit, als die Wale noch so zahlreich waren, dass man sie einfach in die Buchten treiben konnte, um sie dort zu erlegen. Die gefährliche Jagd auf hoher See setzte erst später ein. Innerhalb von 50 Jahren erbeuteten die Schiffe unter seinem Kommando 373 Wale – damit gehört er zu den erfolgreichsten Walfängern der Westküste“, berichtet Brodersen weiter. Der „glückliche Matthias“ kam also zu großem Reichtum, auf seiner letzten Fahrt geriet er in die Hände französischer Freibeuter und musste sich und seine Mannschaft freikaufen – das Geld dafür hatte er.
Und auch hierfür: „Kommen Sie mal mit in die Kirche“, sagt Brodersen. Die Kirche ist uralt und wunderschön, eine umarmende, friedvolle Stimmung erfasst den Gast. Zwei gewaltige Kronleuchter aus Messing hängen an der Decke. „Die haben Matthias und sein Sohn gestiftet“, sagt Brodersen, „wir benutzen sie noch heute.“ Und weil Matthias viel Geld hatte, war er ursprünglich auch vor dem Altar beerdigt. Sehr viel der Ehre, die Kirche sollte dafür auch sehr viele Goldtaler von den Erben bekommen. Bekam sie aber nicht, also wurde Matthias kurzerhand nach draußen umgebettet – dorthin, wo heute die Grabplatte steht. Und vom „Glücklichen“ berichtet, der „…mit Zustimmung aller den Namen `Der Glückliche´ annahm.“ So steht es geschrieben auf Stein in Süderende auf Föhr.

Infos zu Föhr
www.foehr.de/veranstaltungskalender
www.st-laurentii.de (mit Erklärung ausgewählter Steine) Kirchenbüro 0 46 83 – 350
• Der Friedhof des „Friesendoms“ St. Johannis in Nieblum hat mit 265 Grabplatten- und Steinen den größten Bestand an historischen Grabsteinen nordfriesischer Friedhöfe: www.friesendom.de und Kirchenbüro 0 46 81 – 44 61
• Auch auf dem Friedhof von St. Nicolai in Boldixum stehen „erzählende“ Grabsteine. www.kirche-st-nicolai-foehr.de

Die Geschichte eines Politmordes in Dithmarschen

Die Kronen der kahlen Kastanien rauschen im Wind nahe von St. Laurentius in Lunden / Dithmarschen. Im Schatten von Kirchturm und Kastanie stehen und liegen Grabplatten, grau vom Wetter der Jahrhunderte und dennoch sind auf einigen Verzierungen zu erkennen, laden ein zur Geschichtsstunde. Erzählen die Gräber auf Föhr und Amrum von den Geschichten der Seefahrer, so berichten diese Steine von Männern, die Geschichte schrieben: Dithmarschen war im ausgehenden Mittelalter de facto ein eigenständiger Staat mit einer Regierung bestehend aus 48 mächtigen Männern, vornehmlich reichen Bauern; dem „Rat der 48“ – den „Regenten“. Anführer von Familiensippen, den „Geschlechtern“.

Auf dem Geschlechterfriedhof in Lunden, der in seiner Anlage noch weitestgehend so erhalten geblieben ist, wie er angelegt wurde, sind einige dieser Familien beerdigt. Der Weg über den Friedhof führt auch zu Hügeln; darunter sind Grabkeller. 13 dieser Grüfte sind bis heute erhalten. Eine enge Treppe führt hinab, Hans-Jürgen Löbkens hat den Schlüssel und öffnet die Tür zu Gruft. Einer dieser schaurigen Keller ist öffentlich zugänglich.
Es riecht feucht und modrig, nach nasser Erde. Die Grabkammer besteht aus zwei Räumen, die Nebenkammer ist abgesperrt mit einem Gitter. Weißgetüncht war die Gruft einst und nun blättert es überall ab, Algen wachsen an den Wänden. Die kleine Kammer ist von schwachem gelbem Licht beleuchtet, auf einem Gestell steht ein Sarg. Natürlich liegt dort niemand drin, hier wird demonstriert, wie einstmals – zuletzt in den 1950er Jahren – bestattet wurde. „In den Kellern wurden die Särge entweder auf Ziegelreihen oder auf eiserne Gestelle gesetzt“, erklärt Löbkens. Die Grüfte wurden aus Ziegeln errichtet und haben in der Regel über zwei Luftschächte.
Die Grabplatten und Stelen wiegen bis zu zwei Tonnen. Geöffnet und verschlossen wurden die Platten bei Beerdigungen mit Pferden. Fast allen Steinen sind die vier Symbole in den Ecken gemein: Engel und Löwe, Stier und Adler – „…sie stehen für die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Die Auferstehung war das Wichtigste, so steht im Zentrum stets ein Engel mit den Familienwappen in den Händen“, so Löbkens.
Auch in Lunden erzählen die Steine ganze Geschichten. Eine Besondere ist die des Regenten Peter Swyn. Der „48er“ setzte sich für die Abkehr von der katholischen Kirche hin zum neuen Glauben, der Reformation, ein. Die sich daraus ergebenen notwendigen Änderungen im Rechtswesen (Abschaffung des Fehderechtes und Reformierung der Eideshilfe) versuchte er mit umzusetzen, so Löbkens.
„Andere Geschlechter, vornehmlich die Russeboligmannen, befürchteten durch die Auflösung der Geschlechterbundbriefe erheblichen Machtverlust. Daraufhin haben Auftragsmörder Peter Swyn bei einem Alleinausritt – zur Kontrolle der Arbeit der Tagelöhner auf seinen Ländereien im Moor – aufgelauert, ihn vom Pferd gerissen und erschlagen. Die Mörder sind später gefasst und ihrer gerechten Strafe zugeführt worden“, sagt Löbkens. Auf dem Gedenkstein oberhalb seines Grabes ist die Szene seiner Ermordung dargestellt. Auf der Vorderseite, geschrieben in gotischen Minuskeln, steht: „Im Jahre des Herrn 1537 am Abend Marien Himmelfahrt ist hier erbarmlich zu Tode gebrocht der hochlöbliche Peter Swyn alt gewesen 57 Jahr“.
Auf der Rückseite: „Auch wahr ist verräterisch ermordet der ehrbare Peter Swyn dem Gott der Herr gnädig will sein. Er ist diesem Lande so ratsam Treu gewesen also bei vielen Herren, Städten und Landen auserlesen die Freiheit dieses Landes so frei zu bewahren, dabei Leib und Leben nicht geschont. Der ein guter Dithmarscher ist der beruft sich dieses Mordes.- Das ist gewiß“.
Der Wind jagt durch die Kronen und ein Rauschen weht über’s Land, die fahle Herbstsonne lässt die Schatten auf diesem Friedhof spielen. Dort, wo die Toten ruhen, ihre Geschichten aber in solchen Augenblicken seltsam lebendig sind und sich eine Gruft auch von Innen öffnen lässt. Und wer mag nur wegen des Novemberwetters eine Gänsehaut kriegen?
Infos Geschlechetrfreidhof Lunden
Die Gruft, sowie die Kirche ist täglich von 9:00 bis 17:00 in der Zeit von „Ostern“ bis „Ernte Dank“ geöffnet. Der Geschlechterfriedhof ist ganzjährig geöffnet. Durch sein Wegesystem wird der Besucher von Grabstelle zu Grabstelle geführt. Durch kleine Infotafeln an den wichtigsten Stellen wird der Besucher informiert. Zusätzlich steht auf dem Geschlechterfriedhof noch ein Info-Pavillion mit vielen interessanten und spannenden Information zum Geschlechterfriedhof und der Bauernrepublik Dithmarschen. Mögliche Führungen können über das Kirchenbüro 04882-360 erfragt werden. www.kirchengemeinde-lunden.de

Weitere Tipps und Anregungen für einen erlebnisreichen Herbst- und Winterurlaub finden sich im Nordseeurlaubsplaner, der kostenlos unter www.nordseetourismus.de heruntergeladen werden kann.

Quelle: Nordsee-Tourismus-Service GmbH  

Weihnachten in Husum zu Gast bei Theodor Storm – Literarisch und kulinarisch

Winter im Husumer Hafen.  Foto (c) Oliver Franke

Winter im Husumer Hafen. Foto (c) Oliver Franke

Das Warten auf die Weihnachtsfeierlichkeiten kann man mit einem besonderen Adventsangebot in Husum an der Nordsee verkürzen. Das Programm „Weihnachten zu Gast bei Theodor Storm“ lädt an den Adventssamstagen, 3. und 10. Dezember 2016 ein, die Heimatstadt des berühmten Dichters Theodor Storm literarisch und kulinarisch zu entdecken und zu genießen.

Der Nachmittag beginnt mit einer Lesung bei Kaffee und weihnachtlichem Gebäck, wie Theodor Storms geliebte Braune Kuchen. Ein Streifzug durch die festlich geschmückte Innenstadt Husums und der Besuch des Storm-Hauses in der Wasserreihe mit dem nach Storms Beschreibungen geschmückten Weihnachtsbaum schließen sich an. Im benachbarten, von Fackeln erleuchteten Garten werden die Gäste mit einem wärmenden Punsch – „Bischof“ genannt – empfangen. Dass Weihnachten für den berühmten Sohn Husums etwas ganz Besonderes war, hatte sicherlich auch damit zu tun, dass schon früher gerade in der Weihnachtszeit viel Wert auf gute Küche gelegt und keine alltäglichen Speisen und Leckereien aufgetischt wurden. Ihren Ausklang findet die Veranstaltung daher in geselliger Runde beim Buffet mit Leckereien und Köstlichkeiten, die ganz im Sinne des Dichters gewesen wären.

Wer gern als Theodor Storms Weihnachtsgast die Nordsee-Hafenstadt Husum entdecken und dabei auch die eine oder andere Köstlichkeit probieren möchte, muss sich nur noch für einen der beiden Termine entscheiden: Samstag, 3. und 10. Dezember 2016, jeweils ab 15.30 Uhr. Die Veranstaltung endet gegen 22 Uhr und kostet pro Person 66,90 €. Für Anmeldungen und telefonische Auskünfte steht die Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH unter Tel. 0 48 41 / 89 87 0 zur Verfügung. Für Gruppen können gesonderte Termine vereinbart werden.
Der Husumer Weihnachtsmarkt präsentiert sich reich geschmückt und festlich beleuchtet vom 21. November bis 27. Dezember 2016 (außer 25. Dezember) den Besuchern. Weitere Informationen zu allen Weihnachtsangeboten in Husum sind bei der Tourist Information Husum, Tel. 0 48 41 / 89 87 0 und unter www.husum-tourismus.de/weihnachtsmarkt erhältlich.

Quelle: Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH

Entspannende Auszeit: Sechs winterliche Wohlfühltipps für das Reiseland Niedersachsen

Ein winterlicher Strandspaziergang in Norden-Norddeich tut Geist und Körper gut. Foto: djd/TourismusMarketing Niedersachsen/Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH

Ein winterlicher Strandspaziergang in Norden-Norddeich tut Geist und Körper gut.
Foto: djd/TourismusMarketing Niedersachsen/Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH

In der kalten Jahreszeit sehnen sich viele Menschen besonders nach einer kleinen Auszeit mit Ruhe und Entspannung. Fündig werden Erholungssuchende beispielsweise im Bundesland Niedersachsen. Zwischen Nordsee, Harz und Heide gibt es zahlreiche Urlaubsorte in reizvoller Landschaft, die auf Heilmittel aus der Natur setzen. Am Wattenmeer wirkt das jodhaltige Klima, im norddeutschen Flachland wird gesundheitsförderndes Moor gewonnen, Thermalbäder speisen sich aus warmen Solequellen tief unter der Erde. Die Broschüre “Taufrisch in Niedersachsen. Ihr gesunder Wohlfühlurlaub” bietet Reisetipps für mehr als 100 staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte. Sie ist kostenlos zu bestellen unter www.reiseland-niedersachsen.de. Hier eine Auswahl der Empfehlungen:

– Die gesundheitsfördernde Kraft des Salzes kann man beispielsweise in Bad Essen im Osnabrücker Land erleben – und zwar sowohl beim schwerelosen Bad im Thermalbecken wie auch unter freiem Himmel, umgeben von tropfenden Reisigwänden. Die weltberühmte Sole ist die mineralreichste in Europa – ihr Mineralgehalt ist mit 31,8 Prozent sogar höher als im Toten Meer.

– Im Moorheilbad Bad Zwischenahn bei Oldenburg kann man wohlige Packungen oder Bäder genießen, die den Körper wärmen und auf sanfte Weise die Durchblutung fördern. Direkt am Ufer des Zwischenahner Meeres, eingebettet in den Kurpark und angrenzend an die Flaniermeile im Ortskern, liegen Reha- und Gesundheitszentren, ein Wellenbad mit Saunalandschaft und das Wellness-Dorf am See.

– Auch die Nordsee mit ihrem heilsamen Klima ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Bei Spaziergängen an den endlosen Sandstränden kann man in der salzhaltigen Luft durchatmen und dabei den weiten Blick übers Wattenmeer genießen. Das stärkt den Körper und beruhigt den Geist.

– In Nordseeheilbädern an der Küste wie auch auf den Ostfriesischen Inseln warten zudem zahlreiche Meerwasserbäder, Wellnessoasen und Saunalandschaften, zum Beispiel in Norden-Norddeich oder Neuharlingersiel und auf Norderney mit Deutschlands größtem Thalassozentrum.

– Thalasso nutzt die Kraft des Meeres für Heilung und Wohlbefinden. Die niedersächsische Nordsee ist Europas erste zertifizierte Thalasso-Region. Hier entfalten Algen, Schlick, Salz und Meerwasser in Verbindung mit dem gesunden Klima der Küste ihre ganzheitliche Wirkung auf den Körper.

– Zu den zertifizierten Thalasso-Nordseeheilbädern und Nordseebädern gehören neben der Insel Norderney auch die Inseln Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge sowie Neuharlingersiel und Dornumersiel auf dem Festland.

Quelle: djd/TourismusMarketing Niedersachsen

 

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